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#4 mit Manuel Götzendorfer über Transition, Community, Hardships und warum Pride für manche 365 Tage im Jahr Riot ist

Shownotes

Wir bewegen uns im Pride Month durchaus erwartungsgemäß zwischen dem Privaten und dem Politischen, zwischen Individuum und Kollektivität. Dabei ist uns die Mitarbeiterin des Monats Juni, Diana Leah Möslinger, eine wichtige Inspiration. Mit Manuel versuchen wir das Potenzial von Sprache zur Veränderung der Verhältnisse auszuloten. Er ist nicht nur ziemlich versiert und reflektiert, indem was er so tut, seine vielfältigen Erfahrungen machen förmlich Lust auf die eine und andere Emanzipationsbewegung. Gelingt das auch noch mit einem zärtlichen Blick auf unser aller Fehler und Schwächen, ist schon wieder ein Stück Offenheit gewonnen.

Shownotes: Pride is a riot. Die diesjährige Pride Flag der Angewandten wurde von Hanna Hoffmann gestaltet, hier zwei Links, die auch nach Weimar führen. In dieser Arbeit werden diverse mythologische Motive und diverse Inklusionsabsichten mit dem Stonewall Beginn zusammengeführt: https://www.dieangewandte.at/news_detail?news_id=1781232139956 https://hanna-hofmann.com/ Mitarbeiterin des Monats: Dianah Leah Möslinger: https://www.instagram.com/intersectionalskin https://www.instagram.com/vengamob https://www.instagram.com/links_12_23 Kaffeepause mit Manuel Götzendorfer: https://chaingepeergroup.at/ https://queerconnexion.at/ https://www.oeh.ac.at/referate/queer/

Transkript anzeigen

00:00:06: Schwule Männer können ziemlich misogyn sein.

00:00:08: Ja?

00:00:09: Also, würde ich jetzt mal vermuten.

00:00:14: Misogyn und trans-exkludierend

00:00:22: Hallo, hallo!

00:00:23: Im Mösenbüro

00:00:27: Heide wie geht's dir?

00:00:28: Hallo Christine Ich komme gerade von drei Wochen Urlaub Und mir geht es entsprechend entspannt.

00:00:35: Außerdem finde ichs persönlich ursprünglich super dass es so heiß ist.

00:00:39: Ich liebe Tropennächte

00:00:41: Ich leider gar nicht, aber wir sitzen am Dach gerade aufnehmen.

00:00:46: Ich hoffe es wird was mit einer Tonspur dann!

00:00:49: Aber das ist extrem toll.

00:00:50: also das richtig schön.

00:00:52: Sommerfeeling.

00:00:53: SommerFeeling auf Gemeinschaftsdachterrasse mit sehr vielen Toppflanzen die ich durchaus liebevoll betreue und ich bin zur Anfängerinnen-Style Aber Hobbygärtner hingefahren.

00:01:12: Doch!

00:01:14: Hier sind so Äpfel und Maulbären und Himbeeren, glaube ich?

00:01:18: Nicht Heidebellen, Himbeern Und irgendwelche Blumen hast du gesagt?

00:01:25: Definitiv Blumen Ja

00:01:28: Auf jeden Fall voll schön.

00:01:29: Also eine extrem schöne und entspannte Dachterrasse.

00:01:33: Es ist wunderbar Wunderbar

00:01:37: Genau, also so geht's mir.

00:01:38: Ich hab viel gelesen im Urlaub was mich sehr freut weil irgendwie habe ich immer wieder so Phasen wo ich das vermisse und aber nicht die Ruhe hat mich auf dem Buch zu konzentrieren.

00:01:52: Und ich war am Meer und es war dort sehr ruhig vor Saison.

00:01:57: Ich liebe Vor-Saison dann hat man auch den ganzen Sammer noch vor sich.

00:02:01: Also ich mag auch Sammer immer noch.

00:02:23: Aber gab es dann auch schon eine Party?

00:02:25: Es gab eine Party, wir haben draußen gefeiert.

00:02:27: Mein Bruder mag das so total gerne in der Natur zu sein und Wir haben auf einer Anhöhe quasi vor Weimar gefeiert.

00:02:38: Da kann man so auf Weimar schauen, ist ganz nett!

00:02:41: Es gibt ja da keine Berge... es ist ja hügelig weil ja Thüringen aber man hat dann ein bisschen eine Aussicht gehabt und das war so in der Natur und es war voll schön genau.

00:02:52: Waren leider noch nie in Weimar?

00:02:54: Schade eigentlich.

00:02:55: Ja, da kommt das Bauhaus.

00:02:56: Gülte und so.

00:02:57: Ja Bauhaus!

00:02:59: Und

00:03:00: Schiller

00:03:01: glaube ich auch.

00:03:02: Genau

00:03:03: Und Weimar ist total lustig als kultureller Ort, weil es auf der einen Seite total antifaschistisch ist.

00:03:10: Also überall ist so ein, sechs, eins und irgendwelche anderen antifascistischen Symbole.

00:03:17: Es wird extrem viel Gedenkkultur gemacht.

00:03:19: also wenn man aus dem Bahnhof rauskommt in Weimar, ist so einem Vorplatz und auf diesem Vorplatz stehen so Poster mit Zeitzeugen, weil ja auch da Buchenwald ist.

00:03:32: Also wenn man nach Weimar reinfährt, tatsächlich sieht man dann den Turm von der KZ Gedenkstätte Buchenwald.

00:03:40: Und deswegen ist es auch so custom sage ich mal dass man in Weimar nicht sagt jedem das seine weil das steht nämlich an den Touren und es gibt überall so zeitzeugenden Sachen Und es wird tatsächlich jeder Teil von Geschichte aufarbeitet, also auch die DDR-Geschichte.

00:04:00: Auf der anderen Seite ist es ein relativ... Also Sie sind Thüringen?

00:04:05: Thüring ist mega rechts!

00:04:08: Also wirklich arg und das merkt man schon auch wenn man in der Stadt ist.

00:04:11: hier und da sieht man so Menschen und sieht man auch Symboliken und so, die rechts sind.

00:04:18: Ich finde es ein total spannenden Ort, es ist eine super saubere Stadt.

00:04:22: Es ist

00:04:23: ne Uni-Stadt Da Das überall sind Engineering, das Bauhaus ist an jeder Ecke irgendwie zu sehen.

00:04:30: Also ja ich würde sagen eine schon sehr interessante und auch irgendwo eine sehr schöne ausdeutsche Stadt.

00:04:37: Na werde ich nachholen?

00:04:39: Ja machen wir das mal!

00:04:42: Machen wir einen Ausflug nach

00:04:43: Weimar?

00:04:44: Ja gern!

00:04:49: Wir machen jetzt den Hot Take des Monats.

00:04:52: Genau, der Hot-Tag des Monats kommt dieses Monat von Christine.

00:04:57: Genau!

00:04:57: Wir wechseln uns ja ab wie schon erzählt in letzter Folge Der Hot-Take des Monates Juni ist das Pride Is A Riot Ist für manche Menschen dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr der Fall.

00:05:12: Aber der Tag an dem die Pride zumindest den Wien stattfindet is keine Riot.

00:05:18: Es ist ne schöne Party, das ist eine Riesenparty.

00:05:21: Das ist auch natürlich kommerziell und es ist nicht Demonstration.

00:05:24: Ich glaube wir haben uns jetzt nach kurzem Beratungsgespräch auf.

00:05:30: Demo ist es ja.

00:05:31: aber was wir schon hervorheben wollen würden ist dass eines ne Party und das andere ist dass die Riot wahrscheinlich wirklich im Alltag stattfindet und nicht zuletzt auch so im Alltag einfach da wo wir uns jeden Tag mit Leuten die wir uns nicht selber ausgesucht haben bewegen.

00:05:49: Genau, also es geht dabei schon viel darum dass die Leute

00:05:54: die

00:05:55: dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr ihre Identität als Widerstand, als Riot irgendwie leben müssen im Alltag.

00:06:05: Die haben einen Tag im Jahr wo die ganze Stadt auf den Beinen ist und ihre Vielfalt feiert.

00:06:13: Also wir haben gesagt, das ist eine Demonstration von Vielfalt.

00:06:16: Wir sind da drauf gekommen weil es halt schon irgendwie immer eine Diskussion ist ja die Pride sollte wieder mehr right sein Ja die Pride darf eine Party sein so und ich finde aber schon dass vor allem die Leute das entscheiden müssen die eben dreihundsechzig Tage im Jahr struggling damit die irgendwie nicht ihre Vielfald feiern können die irgendwie Widerstand leisten gegen die heteronormative Mehrheitsgesellschaft.

00:06:48: Und auch da gibt es ja total viele unterschiedliche Meinungen und das finde ich auch super spannend, und ich find' auch alles komplett legitim.

00:06:54: Also ich find', auch Leute, die sagen Ja, es muss wieder mehr demonstriert werden.

00:06:59: Allies müssen auch dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr Widerstand leisten gegen eine heteronnormative Mehrheidsgesellschaft.

00:07:09: Und dann gibt es aber auch viele, die sagen nein.

00:07:11: Ich möchte einen Tag im Jahr wo ich einfach nur feiern kann und nur Party machen kann.

00:07:16: Ich wollte dich eigentlich fragen Heide weil das haben wir besprochen und ich glaube noch nicht zu ganz zu Ende geredet.

00:07:23: Findest du dass die Vienna Pride ein anarchistisches Element hat?

00:07:30: Also ich war ja heuer nicht da.

00:07:32: Letztes Jahr war ich zwar in der Stadt aber war auch nicht auf der Party weil mir tatsächlich irgendwie nicht danach war ungewöhnlich eigentlich.

00:07:39: Ich finde, das ist schon so ein Hochamt, weil man in der christlichen Thermologie bleibt.

00:07:45: Also es ist voll der schöne... Es heißt ja auch Pride!

00:07:50: Ich mag dass tatsächlich alles ich finde selbst die Fähnchen auf den Wiener Linien total okay?

00:07:56: Ich find' es gut, dass sich die Staatssicht dazu bekennt und das Anarchistische wenn man in Wien von so was sprechen kann, weil diese Stadtverwaltung tut wirklich vieles dazu, dass das anarchistisch im Element sehr kontrolliert bleibt.

00:08:09: Pride biegt ja auch nicht ab.

00:08:11: Also die biegt jetzt nicht vom Ring ab, den sie andersrum also gegen die verkömmliche Fahrtrichtung begeht und befährt, biege ich einfach in einen Prater ab oder holte sich irgendwie am Donnerkanal eine extra Runde oder so?

00:08:27: Sondern das ist natürlich geordnet.

00:08:29: aber die Vielzahl an Leuten, die beeindrucken mich schon und das mag ich auch sehr!

00:08:34: Ich finde dass seitdem Wer einer Pride, was nicht immer so war eine Größe gewonnen hat wo man nicht mehr unterscheiden kann wer steht am Rand und wer ist dabei weil es zu viele Leute sind um diese Unterscheidung zu treffen.

00:08:49: Und ich glaube dieses Schauen sich ja auch irgendwie ein bisschen erledigt hat sondern die Leute tatsächlich sich auch als Teil davon sehen müssen.

00:08:58: Das finde ich gut, das mag ich, dass sich das so auflöst.

00:09:01: Dass es eben nicht mehr nur ein Ich gehe mal schauen ist sondern wenn du da auf die Straße gehst in den ersten Bezirk dann bist du Teil dieser Inszenierung und dies grundsätzlich eine Lustvolle.

00:09:13: Es ist halt das was es überall ist und ich find's auch sehr okay wenn es andere Prides gibt also einerseits politischere oder vielleicht auch in kleineren Orten.

00:09:29: Also ich weiß auch, dass es im Kulturhauptstadt ja ein Bad Ischel eine wunderbare Pride gegeben haben soll.

00:09:36: also sowas glaube ich ist auch ein sehr politisches Moment das aufs Land zu tragen.

00:09:42: Auf der anderen Seite gibt's natürlich auch so Prides die genauso ähnlich sind wie die Vienna Pride.

00:09:49: jetzt war zum Beispiel die Budapest Pride letztes Jahr War hochpolitisch, war auf jeden Fall eine Demonstration.

00:09:55: War sicher auch zum Teil ein bisschen in den Riot ohne dass es... Also ich glaube ich habe schon hier und da am Rand so von Ausschreitungen gelesen aber jetzt nicht selber auf der Parade Und das finde ich schon dann wieder ein bisschen was anderes, obwohl es der Vienna Pride halt sehr ähnlich ist.

00:10:17: Und ich finde deswegen kann man das auch nicht so ganz sagen und deswegen fände ich's auch wichtig dass die Leute für die es veranstaltet wird selber entscheiden was es für sie ist und was ihnen fehlt daran und was sie gut finden was sie nicht brauchen.

00:10:31: Du hast die Stadt Wien gerade erwähnt.

00:10:33: da ist glaube ich noch zu sagen dass wir auf jeden Fall sehr viel am Pride Village gekürzt haben und dass auf jeden fall eine große Kritik schon seit Jahren ist.

00:10:42: Kann ich jetzt nichts zu sagen, weil ich... Also dieses Spartiktat ist mir sowieso ein bisschen suspekt.

00:10:53: Na es ist von drei Tagen oder sogar mehr vorher auf jetzt nur diesen einen Tag genau.

00:11:01: Ich glaube genau am Anfang war's eine Woche dann letztes Jahr oder sogar vorletztes Jahr die beiden Jahre.

00:11:07: Ich weiß nicht mehr so ganz genau wo das runter gekürzt schon auf drei Tage und jetzt ist es nunmehr an diesem einen Tag.

00:11:13: Ich glaube es ist tatsächlich schon wichtig, weil es halt einfach eine Plattform war für queere Vereine und Organisationen sich zu vernetzen.

00:11:22: Und Sichtbarkeit zu zeigen und irgendwie auch Anlaufstelle zu sein.

00:11:25: Anlaufställe zu sein fand ich voll gut ja.

00:11:28: Ja.

00:11:29: Fand ich vollgut!

00:11:30: Und das ist schon schade dass ihr das halt so... Also Schade, es hat glaube ich extreme schon auch Auswirkungen auf die Szene und auf die Community und auf the Bubble.

00:11:42: also Mitarbeiterin des Monats.

00:11:46: Ja, machen wir weiter mit der Mitarbeiterin das Monat?

00:11:50: Die stellt heute Heide vor!

00:11:52: Unsere Mitarbeiterin ist ziemlich naheliegend weil es geht ja doch ums Feiern einerseits aber vielleicht auch um sowas wie Arbeitsverhältnisse die ja dummerweise unseren Alltag noch immer total prägen.

00:12:07: und um die Spannung jetzt endlich rauszunehmen.

00:12:10: Es ist Diana Lea Möslinger, die meisten von euch, die auf irgendwelchen Demos sind, kennen Diana.

00:12:19: Sie fährt den Wenger-Boß relativ oft beziehungsweise macht sie die Tontechnik für Demos und ist auch Vorstandsvorsitzende oder so vom Verein Wenger.

00:12:30: Der lustige Name kommt von den Wänger Boys weil die ja am Ende der Donnerstagsdemos bei in Wien aufgetreten sind und wir uns davor schon gedacht hatten, dass so ein eigener Bus ganz sinnvoll wäre.

00:12:46: Und Diana kümmert sich um dieses Gefährt und den Verein.

00:12:51: Diana macht also ziemlich viel Support für unterschiedliche Demos.

00:12:57: da würde ich auch sagen ist ihre... Also sie hat natürlich Grenzen aber die sind doch ziemlich weit gesteckt was ich gut finde weil das einfach so Support ist.

00:13:07: Diana macht auch Arbeiterkammer, die waren ziemlich vielen so sehr männlich dominierten Berufsfeldern schon tätig und wird jetzt auch professionelle Tontechnikerin was ja immer noch ein sehr männliches Feld ist.

00:13:28: Ich war mit Diana auch in einer Zeitschriftenredaktion.

00:13:30: Sie hat einen guten Draht, ihre Anliegen, glaube ich, in so alltägliche Zusammenhänge zu bringen die ja auch Arbeitszusammenhänge sind, auch wenn sie nicht Lohnarbeitszusammenhängen sind.

00:13:40: also kann mit extrem verschiedenen Leuten gut zusammenarbeiten.

00:13:45: das finde ich herausragend und hat sich glaube ich schon viel damit beschäftigt wie es so mit Arbeitsverhältnissen und queeren Inszenierungen ist.

00:13:53: Voll!

00:13:53: Und ich finde dabei Ihre Intervention, was Geschlecht und Identität angeht.

00:14:00: Total gut!

00:14:01: Also sie begegnet Leuten total auf Augenhöhe.

00:14:04: das finde ich total toll.

00:14:06: Und wenn es irgendwelche Dinge gibt irgendwelcher Aspekte in der Arbeit oder irgendwelchen ... weiß nicht Momente problematischen Momente die einfach schon irgendwie schwierig sind dann kann sich die ziemlich gut managen und kann vor allem wenn es so um Geschlechterrollen und verschiedene Identitäten.

00:14:28: Und so LGBTQIA Plastheben irgendwie geht, auch gut einschreiten und dann irgendwie auch erklären

00:14:36: ohne

00:14:37: dass man jetzt die Angst haben muss das den Fehler dem man gemacht hat, dass es etwas ist von dem man nicht lernen kann.

00:14:44: Ich finde Diana gibt einem sehr gutes Gefühl, dass man von ihr lernen kann und aus seinen eigenen Fehlern lernen kann

00:14:51: Genau.

00:14:51: Mit ihrer Hilfe, ja.

00:14:52: Und sie macht doch selber Fehler und steht nicht an die Einzugestehen?

00:14:58: Genau!

00:15:00: Ich finde es herausharkend dass Sie weiß das sie anders gelesen wird.

00:15:04: Dass sie weiß dass sie hier und da ein Bildungsauftrag hat also einfach Menschen beibringen muss.

00:15:13: wie ist es Transport zu sein?

00:15:14: was sind meine Pronomen?

00:15:15: was passiert mit mir wenn du mich falsch benennst wenn du mir die falschen Pronomen gibt, obwohl ich mich anders vorgestellt habe.

00:15:25: Und die Art und Weise da Widerstand zu leisten auf der einen Seite und auf der anderen Seite eben wie gesagt so halt die Fehler zu verbessern finde ich total ein arg guten Zugang.

00:15:43: Situation im öffentlichen Raum, wo du einfach Zufallsbegegnungen hast.

00:15:47: Wo es klar ist, du wirst diesen Personen nie wieder

00:15:50: begegnen.".

00:15:50: Also Diana hat jetzt auch nicht permanent diesen Auftrag alle Menschen davon zu überzeugen dass sie bitte richtig gelesen wird sondern da gibt's ja ziemlich ausgeprägtes Differenzierungsvermögen wo das auch ein bisschen distanziert wird.

00:16:05: und das finde ich eigentlich auch einen sehr pragmatischen Zugang.

00:16:08: Ich glaube das ist politisch pragmatisch.

00:16:11: gut Ja, ich glaube es kommt aus der Arbeiterinklasse.

00:16:15: Also dieser Klassenaspekt ist schon auch wichtig.

00:16:17: in ihrer politischen Arbeit habe ich das Gefühl sehr so häufiger sodass du schon gesagt hast über Aka-Räten, Arbeiterkammerräte und ich hab das Gefühl dass diese pragmatische Zugang viel daherkommt aus dieser klassen.

00:16:31: Perspektive

00:16:32: aber eigenen Arbeitserfahrungen weil oft reden wir ja nur davon wo wir herkommen und das ist glaube ich jetzt gar nicht zu sehr Der Punkt, sondern oft ist es ja, älter.

00:16:43: wir werden einfach auch die eigene Erfahrung.

00:16:46: Und da ist sehr viel Projektion dabei oder sehr viele Erzählungen, die eigentlich übernommen wird und ich sage nicht dass das jetzt nicht einen Einfluss hat aber meine eigenen Arbeitserfahrungen sind nicht in der Fabrik gemacht und sind nicht im Hilfsarbeitskontext gemacht worden.

00:17:04: Diana hat glaube ich schon relativ viele Jobs gemacht.

00:17:07: Diese Perspektiven alle zusammenzubringen logisch auch zusammenzubringen und in ein Bild zu bringen, wo ich dann einen Standpunkt habe.

00:17:17: Wo ich sagen kann okay diese Person weiß nichts darüber oder sie hat nicht genug vorwissen oder Sie hat einfach vielleicht den falschen Eindruck bekommen und dann so darauf zu reagieren finde ich wirklich stark.

00:17:33: Ja also das hat was sehr Konsequentes Das hat auch etwas sehr politisches weil Das, was ich vorhin mit Distanzieren gemeint habe.

00:17:43: Es geht nicht immer um das Persönlichste sondern es hat schon immer auch eine breitere Perspektive.

00:17:54: Die Kaffeepause

00:17:56: Unser heutiger Gast Hallo und herzlich willkommen Manuel Queerreferent an der ÖH Der österreichischen Hochschülerinnenschaft Und wir befinden uns im Pride Month noch immer Auch wenn das fast vorbei ist, wir fragen dann später nochmal nach wie die große Parade heuer für dich auch so gelaufen ist und alle anderen Aktivitäten im Monat.

00:18:19: Aber unsere Einstiegsfrage an alle, liebe Manuel wo kommst du eigentlich her?

00:18:27: Ja danke euch für die Einladung!

00:18:30: Ich komme ursprünglich aus Lackirchen in Oberösterreich.

00:18:33: Ich weiß bei euch, zielt die Frage eigentlich nicht auf einen Herkunftsort ab.

00:18:38: Aber ich glaube das es für meine politische und feministische Entwicklung relevant ist dass sich als queerer Mensch am Land aufgewachsen bin Und in dem Rahmen schon früh Bildungsarbeit machen musste.

00:18:53: Das mache auch bis heute zum Beispiel beim Verein QueerConnection wo wir für Schulklassen Bildungseinrichtungen, Workshops halten zu sexueller romantischer und geschlechtlicher Vielfalt.

00:19:06: Was mich politisch auch ausmacht ist meine Tätigkeit bei Change.

00:19:10: Das ist eine Transpiergruppe die seit zehntzig-sebzehn existiert und seit zwanzig neunzehn bin ich selbst im Orgerteam aktiv.

00:19:20: Wir machen monatliche Treffen für Transmänner und nichtbenähre Personen Die bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurden.

00:19:27: Wir haben eine Website, auf der wir Informationen zur Transition in Österreich sammeln und auf die wir auch transfreundliche Gesundheitsfachkräfte gelistet haben.

00:19:39: Weil Diskriminierung im Gesundheitssystem ein großes Thema für Transpersonen ist.

00:19:46: Ich glaube das mich meine eigene Transidentität bzw wahrscheinlich eher die Diskriminierungen, die ich dadurch erfahre am stärksten politisiert hat So die ersten zwei Jahre nach meinem Coming-out als trans waren.

00:20:02: Die schlimmsten in meinem Leben und ich glaube, ich hätte die wahrscheinlich auch nicht überlebt wenn ich nicht eine Strategie gefunden hätte, die mir zumindest das Gefühl gibt dass sich gegen transfeindliche Diskriminierung etwas machen kann.

00:20:18: War das irgendwie schwer so die Frage aus der Vereinzelung rauszugehen?

00:20:26: Und Verbündete zu finden?

00:20:29: In meinem Fall war das zum Glück nicht schwer, weil ich glaube ich habe so mein eigenes Outing sehr lange aufgeschoben.

00:20:38: Weil auch in der Schulzeit am Land einfach in einem Umfeld war wo ich wusste es würde jetzt fatal sein wenn ich mich als Trans-Aute.

00:20:47: deswegen habe ich das aufgeschoben bis sich nach Wien ziehen konnte und habe mir auch Wien als Stadt bewusst ausgesucht, weil ich wusste dort gibt es eine queere Community.

00:20:58: Und ich hab mich dann auch sehr am Beginn meines Outings direkt an die Transgruppe, die ich heute mitorganisiere gewandt und dort andere Transmenschen kennengelernt.

00:21:07: Cool!

00:21:08: Also ich find's voll gut dass du so einen Weg gefunden hast.

00:21:11: das ist auf jeden Fall glaube ich immer extrem wichtig.

00:21:15: Du hast vorhin gesagt, dass du Bildungsarbeit gemacht hast auch in deinem Dorf.

00:21:23: Wie sah das so aus?

00:21:24: Also ich habe mich ein bisschen unkonventionell geoutet, als ich einen Ferialjob hatte bei einer regionalen Zeitschrift und wir durften da eine Jugendausgabe schreiben.

00:21:36: Und die habe ich über Queersign am Land geschrieben.

00:21:39: Ah ok.

00:21:41: Danach wurde ich häufig darauf angesprochen zum Beispiel auch von einem Vertrauenslehrer in meiner Schule der mich gefragt hat ob er Leute, die sich bei ihm als LGBTIQ-Auten an mich weiterleiten darf.

00:21:55: Weil er mit dem Thema überfordert ist.

00:21:57: Oh wow!

00:21:58: Da hast du so gleich voll viel Verantwortung bekommen.

00:22:01: Genau und es haben sich auch tatsächlich viele junge Menschen schon damals bei mir gemeldet nicht nur von meiner eigenen Schule sondern auch von mehreren Schulen in Bezirk Munden.

00:22:12: dementsprechend war ich da sehr früh in ... ja ... so eine Rolle.

00:22:18: Beeindruckend also... finde ich eigentlich ziemlich großartig.

00:22:23: Dankeschön!

00:22:24: Ich glaube, es hat mich auch sehr geprägt.

00:22:26: Ja das glaube ich, dass ist ein Prägt.

00:22:28: Wenn man gleich irgendwie so reingeworfen wird in Sachen dann ist man irgendwie finde ich nur im Tun.

00:22:35: also es gibt schon so einen bisschenen Schockmoment finde ich so oh mein Gott das passiert jetzt wirklich und so je.

00:22:41: wie kann ich damit umgehen?

00:22:42: Und ich glaub ganz ganz viele Sachen passieren Gleichzeitig, so auf einmal.

00:22:47: Aber ich finde irgendwie auch solche Momente sind so ... Man tut zu viel und dann später realisiert man wie arg das eigentlich war!

00:22:54: Also ich weiß nicht ob dir das auch so gegangen ist vielleicht?

00:22:57: Ich weiß nicht... Wie war das denn als du nach Wien gekommen bist und in der Community sag' ich jetzt mal mehr verankert warst?

00:23:05: hast du dann irgendwie so... Auch wie hast du auf die Zeit zurückgeblickt?

00:23:11: Ich

00:23:11: glaub

00:23:12: was mich jetzt ... sogar in der letzten Zeit noch mal besonders auf diese Zeit zurückblicken hat lassen ist, weil vor wenigen Wochen eine Proschüre veröffentlicht worden ist.

00:23:23: Wo es um den Umgang mit transinter und nichtbinären SchülerInnen geht... Und ich dürfte da bei der Vorstellung der Proschwere auch Gastworte halten,... Ja cool!

00:23:31: ...wo ich auch nochmal ein bisschen so drüber reflektiert habe wie das eigentlich... Also dass das eigentlich arg war, dass sich da völlig auf mich allein gestellt war.

00:23:40: Und wie glücklich bin das jetzt?

00:23:43: queere SchülerInnen auf diese Prochüre zurückgreifen können und Lehrpersonen auch ein Material haben, an dem sie sich orientieren können.

00:23:52: Ja so richtig fullcycle Moment!

00:23:54: Genau.

00:23:54: Richtig

00:23:54: cool.

00:23:55: Freut mich für dich.

00:23:57: eine Frage die ich immer ganz gern stelle am Anfang ist ja welcher Feminist bist du?

00:24:02: also als welche Art von Feminismus würdest du dich bezeichnen?

00:24:07: Ich würde mich als Queerfeminist bezeichnen mit einem intersektionalen Anspruch an mich selber.

00:24:14: Queer Feminist deshalb, weil meine eigene Queerness einfach sehr maßgeblich für meine feministische Prägung war und weil ich mich in meiner feministischen Praxis überwiegend mit queeren und insbesondere trans Lebensrealitäten beschäftige.

00:24:28: An sich muss ich aber auch sagen dass ich gar keinen so großen Wert darauf lege mich jetzt einer bestimmten feministischen Ausrichtung zuzuordnen solange es trans inkludierender Feminismus ist und kein Liberalfeminismus.

00:24:42: Ja, ich habe mich vorhin so begeistert gezeigt.

00:24:44: Ich denke mal es ist so diese Mischung oder zwischen man wächst ganz schnell an der Aufgabe?

00:24:50: Und das ist die Frage wo's zu vieles oder was eine Frage des auf sich allein gestellt und überfordernd sein kann.

00:24:59: aber ja nachdem du den Weg weiter verfolgt hast muss es offenbar doch einen Nerv auch getroffen haben bei dir, dass du gerne Community bildest und auch eine langjährige Tätigkeit soweit ich weiß die du ausübst ist.

00:25:18: Die Interessensvertretung an der ÖH also an der BundesÖH das machst du schon relativ lange oder wobei es meist ja so ist dass diese studentischen Zyklen relativ kurz sind auch vielleicht in Bezug auf den Druck, den Studierende ausgesetzt sind ihre Studien möglichst schnell zu absolvieren.

00:25:41: Was spricht für dich so?

00:25:43: Für Kontinuität und generell für die Fragen von Organisationen in der Essensvertretung, die ja sehr etabliert ist in Österreich und vorhin haben wir auch darüber gesprochen gleichzeitig auch immer wieder gerade aus dem Boulevard sehr gerne ein bisschen verniedlicht und auch diffamiert wird?

00:26:05: Ich glaube, ich habe eine Weile gebraucht um die Strukturen bzw.

00:26:10: man könnte auch sagen die Spielregeln der Studierendenvertretung so weit zu verstehen dass sich die auch sinnvoll nutzen konnte und damit coole Projekte umzusetzen.

00:26:20: Ich glaube das ist relativ häufig der Fall wenn man in der Hochschulpolitik ist ohne bei einer Fraktion also in Anführungszeichen Studierendepartei angebunden zu sein.

00:26:31: Und was mich an der UH festhält, ist tatsächlich in erster Linie die finanziellen Mittel, die ich ansonsten nicht zur Verfügung hätte.

00:26:40: Ich bin richtig glücklich darüber dass wir so viele queere Demonstratione und Gedenkveranstaltungen und studentisch organisierte Projekte unterstützen konnten und durch die finanzielle Beteiligung auch Barriereirma machen konnten.

00:26:54: Also, die meisten queeren Orgas haben nicht das Budget, dass sie sich zum Beispiel UGS Dollmatchung für Kundgebungen aus eigener Tasche leisten könnten.

00:27:04: Und ein Projekt über dessen Umsetzung ich mich auch sehr freue ist der Fördertopf zur finanziellen Unterstützung von Transtudierenden bei der Dokumentenänderung nach einer Namens- und Geschlechtseintragsänderung, wo früher wir von der Krone zum Kaschbalder Woche gewählt wurden.

00:27:27: Und ich finde es voll schade dass da nicht verstanden wird warum das eine wichtige Angelegenheit ist.

00:27:33: Ich bin selbst so lange ohne gültigen Lichtbildausweis rumgelaufen weil ich einfach nicht das Geld hatte um mir den Führerschein oder Reisepass neu ausstellen zu lassen.

00:27:46: Auch die Kosten für die Gutachten, damit Transpersonen in Österreich überhaupt erst ihren Geschlechtsantrag ändern lassen können.

00:27:53: Die bewegen sich so im Rahmen von zweihundert bis vierhundert Euro.

00:27:57: also welche Studis können sie sich das einfach mal so leisten?

00:28:02: Ich finde es generell eine Schweinerei was für die gutachten verlangt wird und dass generell Gutachten verlangen werden um den geschlechtsentrag ändern zu dürfen.

00:28:12: Ich habe gerade den Korb geschittelt, weil ich hab die Natike auch gelesen und mir gedacht.

00:28:18: Das haben wir vorhin schon besprochen dass das immer so ein Ding ist, die vor allem Boulevardzeitung nimmt irgendwas her was die UHA macht und hinterfragt gar nicht wie wichtig es ist sondern sie vereinfachen es einfach so und machen es irgendwie lächerlich und ich finde das einfach so lazy.

00:28:32: Dass das so eine richtig ... weiß ich nicht.

00:28:36: Es ist einfach schlechter Journalismus.

00:28:38: zu mir leid, aber ich finde es einfach nicht gut.

00:28:41: Weil offensichtlich haben sie sich nicht genug damit befasst was das vor allem auch in dieser Krisenzeit jetzt bedeutet weil im Umkehrschluss ist das ja schon so dass das auch Teil einer Sozialleistung sein kann sowas zu unterstützen und also wo gekürzt wird muss natürlich auch.

00:28:58: dann muss es irgendwie Stellen geben die irgendwie mehr unterstützen und da finde ich das umso wichtiger eigentlich.

00:29:04: Deswegen habe ich das gar nicht verstanden.

00:29:06: Ich frage mich jetzt schon ein bisschen so, du hast gesagt, du bist Queerfeminist, aber dass jeder Art von Feminismus irgendwie die Transidentitäten mit Einbezieht gutfindest auf der einen Seite und auf der anderen Seite hast du ja auch erzählt von deiner Erfahrung wie du damit umgegangen bist?

00:29:27: Und wir haben ein bisschen was vorbesprochen in Richtung so Kollektivität und Community, wie wichtig das ist.

00:29:33: Ich fand es verschön, dass du gesagt hast, ihr seid so viel füreinander da!

00:29:39: Da würde ich mich noch mal interessieren, wie du das so siehst im Verhältnis zueinander.

00:29:43: Ich komme aus der Kultur- und Soziantopologie und man sagt immer, das Individuum formt die Gruppe und die Gruppenform des Individuums.

00:29:51: Vielleicht kannst du dazu nochmal etwas sagen, wie das einfach in Beziehung zueinander funktioniert?

00:29:55: Also ich glaube mir ist relativ schnell klar geworden, dass die Diskriminierung, die ich als Individuum erlebe und dieses auf der Welt ungewollt sein eine strukturelle Ebene hat.

00:30:07: Und das es da nur Sinn macht sich kollektiv dagegen zu organisieren.

00:30:12: Ich würde auch sagen, dass Aktivismus für mich so einer Lebens- oder Überlebensstrategie geworden ist und ich das wichtig finde, dass es als Kollektiv zu machen.

00:30:23: Zum einen finde ich das gut, weil ich es wichtig finde wenn Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen an einer Sache mitarbeiten.

00:30:32: Und zum anderen ist Aktivismus auch einfach super anstrengend und ich erlebe es regelmäßig mit wie Menschen mit denen nicht zusammen aktiv bin ausbrennen.

00:30:43: Das ist eigentlich wichtig, wenn sich das Kollektiv noch vergrößern würde und mehr Menschen politisch aktiv werden würden.

00:30:51: Ich verstehe aber auch dass Also, dass gerade Transpersonen oder anderen stark marginalisierten Personen da auf die Energie dafür fehlt.

00:31:00: Mir ist gerade eingefallen, dass das halt total spannend ist eigentlich weil du am Anfang... Ist zu beleit.

00:31:07: aber diese Geschichte, die dir am Anfang erzählt hast wie du so ganz allein gelassen worden bist und dann auch noch ganz viel Verantwortung übernommen hast?

00:31:14: Das finde ich total stark!

00:31:16: Und es lässt mich jetzt irgendwie nicht mehr los.

00:31:18: deswegen müssen wir nochmal ganz kurz zurück kommen wenn es okay ist Weil was hättest du dir denn gewünscht?

00:31:24: oder was kannst du dir dann vorstellen, was irgendwie besser laufen kann?

00:31:29: Weil du sagst jetzt okay Community ist extrem wichtig man brennt aber auch schnell aus.

00:31:33: Weil es ja schon ein bisschen Widerspruch ist.

00:31:35: also es gibt irgendwie nicht so viele Ressourcen und Leute brennen schnell aus auf der einen Seite und auf die anderen Seite braucht's aber eigentlich UR.

00:31:44: viel hast Du selber gesagt.

00:31:45: Also vielleicht einfach so.

00:31:47: nochmal die Frage Was hättetest du Dir gewünscht und was kannst Du Dir vorstellen Was es geben könnte.

00:31:53: Ja, was ich mir gewünscht hätte wäre glaube ich damals einfach irgendeine sichtbare Transperson.

00:32:02: Ich kann mich sogar erinnern dass einmal bei uns am Dorf über einen Transmann gesprochen wurde allerdings mit einer Sprache die heute alles andere als politisch korrekt wäre auf jeden Fall und die halt auch von einem großen Unverständnis zeugt.

00:32:23: Also da wurde er eher gesagt, ja das ist eigentlich eine Frau die jetzt rumläuft wie ein Mann und ich glaube dass so dieser Identitätsaspekt überhaupt nicht verstanden wurde und in der Schule wurde es sowieso überhaupt nicht thematisiert.

00:32:43: also ich glaube es ist im Biologieunterricht vielleicht irgendwann mal Queerness vorgekommen, bezogen auf Homosexualität und Bisexualität.

00:32:53: Aber Transgeschlechtlichkeit oder Intergeschlechterkeit kam überhaupt nicht vor.

00:33:00: Und das ist zum einen was ich mir wünsche dass es schon in Schulen thematisiert wird auch von dem Aspekt von Antidiskriminierungsarbeit.

00:33:14: dass es mich eh sehr erfüllt, dass ich eigentlich praktisch genau das mache.

00:33:17: Also wir werden ja von Schulen eingeladen damit wir diese Workshops halten.

00:33:22: Ich bin ein bisschen traurig darüber, dass wir nur in Wien aktiv sind und ich auf das Gefühl habe, dass queere Schülerinnen am Land immer noch sehr alleine gelassen werden.

00:33:34: aber was sich auch verbessert hat ist gibt mittlerweile durch das Internet so viel mehr Zugang zu den Informationen.

00:33:42: Und auch wenn das dann manchmal nur Online-Community sind, ich glaube das hilft jungen, queeren Menschen trotzdem die Zeit, die sie so am Land leben müssen weil sie minderjährig sind zu überstehen.

00:33:56: Ich würde mir aber auch wünschen dass es in Jugendgruppen oder in Jugendzentren häufiger thematisiert wird oder da Aufklärungsmaterial ausliegt.

00:34:06: also ich kann mich erinnern dass es im meiner Jugend auch überhaupt nicht der Fall war.

00:34:11: Glaubst

00:34:11: du, so Serien helfen da?

00:34:13: Also weil das ist ja schon dann auch wieder zum Widerspruch zwischen dem Globalen.

00:34:19: Das ist ja ein bisschen weiter weg von dir wenn das nicht in deiner eigenen Community oder in der eigenen lokalen Umgebung und Nachbarschaft irgendwie stattfindet.

00:34:29: Hast du schon eine Insistenz dazu?

00:34:31: aber glaubst du dass trotzdem Serien zu einem Bildungsauftrag Samuat erfüllen können?

00:34:38: Ja ich glaube das schon!

00:34:41: Jugendlichen, die selber queer sind.

00:34:43: Sondern auch bei Cesetero-Jugendlichen für die das Thema einfach normalisiert wird.

00:34:49: und ich bin noch richtig glücklich darüber dass queere jugendliche mittlerweile Serien haben wo Queerness thematisiert wird Und es nicht so ein komplettes Drama ist.

00:34:59: Ich kann mich erinnern als ich selber also als Teenie gesucht habe nach Filmen oder Serien über queere Menschen.

00:35:07: Habe ich auch Sachen gefunden, aber die haben eigentlich immer damit geendet dass die Person ermordert wurde oder Suizid begangen hat.

00:35:15: also es waren einfach keine positiven Zukunftsperspektiven die ich da als Teenager hatte.

00:35:21: Ja, heute?

00:35:23: Ja generell du hast doch die Sprache erwähnt die ja durchaus auch immer priorativ war und jetzt hast Du aber Germanistik studiert soweit.

00:35:32: Ich weiß, du hast ne Bachelor in Germanistika und machst jetzt einen Master bei den Genders.

00:35:36: Da ist... Wie würdest Du so Dein Verhältnis zur Sprache?

00:35:41: Zur Fluidität von Sprache und zu Veränderungsprozessen beschreiben?

00:35:46: Weil Du bist da sozusagen ja auch als Produzent mittendrin!

00:35:51: Ja ich glaub was ist eigentlich eine gute Erneuerung im linken queer feministischen Spaces finde ist, dass es häufiger wird.

00:36:04: Dass sich Menschen mit Pronomen vorstellen.

00:36:07: Ich glaube das ist ein effektiver Weg um mit der Konvention zu brechen, dass Geschlecht am äußeren Erscheinungsbild von Personen abgelesen wird und ich glaube es schafft auch Sichtbarkeit für die Existenz von nicht binären Personen, die weder eher noch Sie-Pronomen verwenden was jetzt nicht heißt, dass auf jede nicht binäre Person zutrifft.

00:36:28: Und generell stehe experimentellen Verwendungsweisen von Sprache sehr positiv gegenüber.

00:36:35: In meiner Masterarbeit untersuche ich zum Beispiel auch trans-emanzipatorische Sexualsprache und Genitalbezeichnungen, die von Transpersonen verwendet wird um in affimierenden Weise über ihre Körper zu sprechen.

00:36:52: Genau ein bisschen ambivalente Haltung habe ich zu Sprach verboten oder G-Boten.

00:36:57: also natürlich absolut peinlich, wenn mancher Orts vorgeschrieben wird das nicht gesendert werden darf.

00:37:06: Andererfalls weiß ich nicht ob ihr es mitbekommen habt.

00:37:08: in Deutschland wurde jetzt von paar Tagen entschieden dass es nicht verboten wird eine Transfrau als Mann zu bezeichnen.

00:37:17: Das ist dann wieder... Ein Sprachverbot, das ich bevor fürwartet hätte.

00:37:22: Wenn man da überhaupt von Sprachverbot sprechen möchte oder einfach von Beleidigung Das ist

00:37:27: so absurd!

00:37:28: Die Leute wollen ein binäres System.

00:37:31: Dann sagt man okay es gibt ein binäre System.

00:37:34: Mir schon klar Es ist nicht so einfach wie es scheint.

00:37:37: Und auch es gibt Transpersonen die Nicht-binär sein wollen.

00:37:42: Da gibts gar nicht so viel Vereinfachung.

00:37:43: Aber meistens ist es dann doch ja so Transfrauen, Frauen sein wollen und Transmänner Männer.

00:37:51: Und also da ich seine Binarität drin die einfach ist und die heterosexuelle Leute, die sich darüber aufregen dass das ja alles so schwierig ist es nicht so schwer.

00:38:02: Also weiß du was ich mein?

00:38:03: Das glaubt mich!

00:38:05: Aber es berührt vielleicht auch eher die Frage von Gewalt und Diskriminierung.

00:38:10: Es geht ja schon immer darum jemanden zu etwas zwingen zu wollen, dass die Person eigentlich nicht möchte oder auf etwas reduziert zu werden, ist glaube ich auch ähnlich schlimm.

00:38:21: Die Thematik einfach für einen gewaltförmigen Umgang zu verwenden – das gibt es nach wie vor.

00:38:29: Also die Frage des Miss Genderns ist ja glaube ich oft eine Frage der absichtsvollen Verletzung?

00:38:37: Ja, auf jeden Fall!

00:38:42: im Fall von der Gerichtsverhandlung in Deutschland, also das betrifft sicher Menschen die es aus transfeindlichen Absichten machen Transfrauen als Männer zu bezeichnen.

00:38:52: Ich hatte auch schon Auseinandersetzungen gehabt mit Uni-Professoren von mir, die das jetzt nicht aus einer boshaften Absicht gemacht haben aber die auch über Transwissenschaftlerinnern, die wir in der Lehrveranstaltung behandelt haben dann für Transfrauen männliche Geschlechtszuschreibungen verwendet haben und wenn man sie dann darauf hingewiesen hat, gemeint haben.

00:39:14: Ja das würde ja den relevanten Teil der Person wegnehmen, wenn man das verschweigen würde dass die Person trans ist und mal ein Mann war.

00:39:25: Konnell zum Beispiel?

00:39:26: Genau ich glaube es war sogar konnell als

00:39:28: Mann auch veröffentlicht hat.

00:39:30: natürlich nicht alle Bücher die vorher erscheinen sind haben jetzt ein neues Cover oder eine neue Bezeichnung.

00:39:40: Ja, ich glaube das ist so ein Klassiker!

00:39:42: Ich finde sie ja manchmal tatsächlich auch in einer politischen Hinsicht fraglich welche Begrifflichkeiten uns das politische Anliegen wirklich besser umfassen?

00:39:54: Ist es mehr so eine Queerperspektive, ist es mir also eine Nichtbinarität?

00:39:59: weil das nichtbinäre würde vielleicht ein umfassendere Begriff sein.

00:40:04: Im Sinne von Harroway geht es da nicht nur um Geschlechtsidentitäten, sondern können auch ganz viele andere binäre Zuordnungen dadurch infrage stellen die unser gesellschaftsliches Zusammenleben irgendwie strukturieren.

00:40:18: Wo stehst du da gerade so?

00:40:19: Welche Begrifflichkeiten findest du am ersten brauchbar um einer Welt wie wir uns sie eher wünschen würden ein bisschen näherzukommen oder die besser beschreibbar zu machen?

00:40:30: Ich glaube ich bin... ein Fan von unterschiedlichsten Begrifflichkeiten und ich mache es auch eher von den Selbstbezeichnungen, die Personen für sich verwenden abhängig wie ich dann über die jeweilige Personenkruppe spreche.

00:40:45: Also ich glaube, ich finde das hilfreich dass wir mittlerweile Begriffe wie nicht benäher haben.

00:40:52: Ich find's aber auch sinnvoll wenn Gruppen manchmal größere Zusammenschlüsse bilden LGBTQ oder auch Flinta, wobei es da auch viel Kritik an der Bezeichnung gibt.

00:41:06: Also ich glaube das ist dann sehr situationsbezogen was die passende Begrifflichkeit ist.

00:41:13: Was ist deine Kritik am flinte Begriff?

00:41:15: Ich habe eine sehr ambivalente Haltung zum flinter Begriff.

00:41:20: einigen Situationen durchaus Sinn macht, alle Personen die aufgrund des Geschlechts diskriminiert werden zusammenzufassen.

00:41:26: Ich glaube auch dass Flinta sehr inflationär verwendet wird und auch oft falsch verwendete wird.

00:41:32: wenn Menschen eigentlich über beispielsweise alle Personen, die von Menstruationsarmut betroffen sind sprechen wollen dann Flinta verwenden obwohl das eigentlich in dem Kontext keinen Sinn macht und man am besten einfach von menstruierenden Personen sprechen sollte.

00:41:49: Also

00:41:49: meine Kritik ist eigentlich an der häufig falschen Verwendung von Flinta.

00:41:54: Aber dann ja auch ein bisschen am Fokus, oder?

00:41:55: Also Kontext eher...

00:41:58: Genau!

00:41:59: Ich würde sogar sagen dass es auch in Bezug auf Chemizide ein schwieriger Begriff ist weil's schon sehr stark um ein misogynes Element geht in dieser Form der Gewalt was nicht heißt das nicht andere Personengruppen auch von Gewalt betroffen sind und Gewalt sowohl in Beziehungen als auch im öffentlichen Leben betroffen sind, aber wenn wir von Femiziden sprechen ist es auch relativ schwierig da so einen am Brellerbegriff zu nehmen weil man eigentlich was anderes damit ausdrücken will.

00:42:29: Und da berührt das vielleicht so ein bisschen die Frage von Sprach, Gehe und Fairboten, weil ich würde mal annehmen dass es schon

00:42:37: oft

00:42:37: eher die Vorsicht ist ja niemand zu vergessen oder unbenannt zu lassen?

00:42:46: Ja, stimmt mich vollzu.

00:42:48: Mir wurde mal erklärt tatsächlich dass es auch vorwichtig ist Transmoder als Transmodel zu bezeichnen weil es eine ganz andere Form von Gewalt ist und nochmal einer anderen Form des Hasses.

00:42:59: auch ich glaube die Femizidbegriff kann unterschiedlich sein.

00:43:03: also auch die Auslegung ob jetzt Frauen die Frauen umbringen auch ein Feminizit begehen finde ich persönlich ja Gewalt.

00:43:13: und diese Form von Gewalt ist unglaublich patriarchal männlich.

00:43:17: Und passiert aus einem Machgefälle, passiert aus diesen patriarchalen Strukturen die aufgebaut werden wo ja Frauen auch drin stecken.

00:43:25: wir sind da ja nicht frei von und weil das halt so ein Begriff ist der so ein ganz bestimmtes Muster halt auch bezeichnet wird mir halt erklärt mal, dass es eben genauso wichtig ist anzuerkennen das Transmorde auch ein ganz bestimmtes Muster haben und eine ganz bestimmte Art von Hass.

00:43:48: Ich weiß nicht wie du das siehst?

00:43:50: Ich habe aber auch schon viele Diskussionen zu Begrifflichkeiten rund um Femizide geführt.

00:43:58: Auch Argumente gekommen sind, dass ja auch manche nicht binäre Personen aufgrund von Misugünern gesellschaftskstrukturen ermordet werden, zum Beispiel wenn sie für Frauen gehalten und als Frauen wahrgenommen werden.

00:44:20: Ich finde es auch wichtig dass Transmorde als Transmorte benannt werden, auch für die Statistiken.

00:44:26: ich finde ist auch wichtig das man bei Morden an Transfrauen beides sieht also dass es ein Femizid ist ein Mord an der Transperson.

00:44:36: Und wir sehen das ja auch statistisch, trans Frauen sind mit überragender Mehrheit am häufigsten die Opfer von transfeindlichen Morden.

00:44:47: Also da spielt Musikoni eine große Rolle.

00:44:51: Ja voll.

00:44:55: Wir haben jetzt ein bisschen berührt diese Frage von Individuum und... Organisierung und Kollektivität und Kooperation.

00:45:04: Und das andere ist aber, was mich immer wieder in letzter Zeit umtreibt, ist dieser alte Slogan eigentlich.

00:45:12: Das private ist politisch und mir ist das zunehmend unklar, was damit gemeint ist weil ich habe wirklich oft das Gefühl dass nicht jeder meiner jeweils eigenen Splins oder Neurosen schon als politisch zu bezeichnen ist.

00:45:27: Wie siehst du das?

00:45:28: Ich glaube schon, dass viele meiner privaten und persönlichen Gespenster politisch sind.

00:45:34: Ich merke zum Beispiel immer wieder wie meine Handlungen durch internalisierte Transfeindlichkeit auch mit beeinflusst werden, ich glaube das oft schlechte Politik gemacht wird weil die Themen über die PolitikerInnen sprechen und Entscheidungen treffen nicht mit ihrem Privaten zu tun haben.

00:45:52: und damit mein ich jetzt gar nicht dass eine direkte Betroffenheit vorhanden sein muss sondern ich glaube dass viele Politikerinnen im Nationalrat sitzen, die sich noch nie mit einer Transperson unterhalten haben.

00:46:05: Und ich finde das merkt man dann auch in so grottigen Debatten wie wir sie neulich bei der Nationalratssitzung hatten wo es über Transpersonen im Frauensport ging und ich fühle mich von politischen Parteien auch teilweise von links orientierten als transperson oft miserabel vertreten und ich glaube dass ist weil oft der Austausch mit Transsepsorganisationen fehlt.

00:46:31: Ich finde es bei das wichtig, dass es auf der einen Seite um diese Politik in erster Person geht die aber gleichzeitig in einem politischen Anspruch ihr trotzdem Relevanz für alle hat.

00:46:44: also das war so ein bisschen das Spannungsfeld was ich versucht habe einzufangen.

00:46:49: Also wenn ich von persönlichen Gespenstern Du hast vorhin auch gesagt Es ist immer eine Wechselwirkung ja Aber Die Frage im Austausch dann mit anderen, schärfen sich da manche Dinge auch und werden nicht nur zu meinem eigenen sondern gibt es eben zum Beispiel eine Interessensvertretung von mehreren.

00:47:12: Und dann wird die Sache schon wieder vielfältiger und nicht so eng.

00:47:17: Ja gleichzeitig Sprachschaffbewusstseinger und also gleichzeitig aber auch Austauschen Beziehungen und persönliche Erfahrungen schaffen auch Bewusstsein.

00:47:26: Mir wäre dazu jetzt eine relativ naive Frage noch eingefallen, ob es Momente gibt oder Spaces wo du einfach nur du sein kannst also wo du keinen Bildungsauftrag hast.

00:47:40: Wo du nicht für deine Existenz kämpfen musst, wo du nicht irgendwie irgendwas verteidigen musst also wo Du einfach nur Manuel sein kannst?

00:47:48: Ja ich hoffe dass sich in zwei Wochen an so einem Ort ... reisen werde.

00:47:57: Mein ... ... Verein, ähm also mein Transferein organisiert nämlich zum ersten Mal ein Camp für Transpersonen und ich habe mich aber bewusst nicht fürs Organisationsteam für dieses Camp gemeldet sondern ich möchte dort einfach nur als Teilnehmer hinreisen... ...und entspannen!

00:48:16: Und ich hoffe durch die Abgeschiedenheit und durch die Umgebung ausschließlich mit anderen Transpersonern ... dass ich da tatsächlich dann einfach mal... Ich sein kann, ohne Bildungsauftrag.

00:48:29: Wobei mir fällt schon wieder ein,... ...dass ich mich für die Organisation von einem Gesprächskreis gemeldet habe.

00:48:36: Ja, das ist ja voll.

00:48:41: Man möchte es aber es funktioniert immer nur so neunzig Prozent.

00:48:47: Genau!

00:48:48: Zurück zur Pride Frage.

00:48:50: Wir haben in unserem Hot-Take, habe ich vorhin schon so ein bisschen erzählt, wie gesagt das für manche Menschen Pride is a Riot.

00:49:00: Das ist für manchen Menschen dreihundertsechzig Tage im Jahr der Fall ist und deswegen es relativ wichtig ist dass Menschen selber entscheiden können ob die Vienna Pride für sie eine Party ist oder eine Demonstration oder ja Wie siehst du das?

00:49:16: Ich geb dir voll recht Manchen Queers gönne ich es auch sehr, dass sie die Pride als Partys sehen.

00:49:24: Ich glaube ich habe damit selber aktuell Schwierigkeiten.

00:49:28: also ich war dieses Jahr auch nur sehr kurz auf der Pride und bin dann gegangen weil ich diesen Party-Charakter gerade nicht so gut aushalte was ich hatte auf der Parade sondern Moment der Realisation das ich hier mit super vielen Menschen bin die zum Feiern hier sind und nicht um für Transrechte zu demonstrieren.

00:49:53: Wie vorhin gesagt, es gibt wirklich viele Queers, denen ich das gönne die Pride als Party zu sehen.

00:49:59: aber es gibt auch viele cis hetero Menschen und cis queers denen ich dass nicht gönnen so viel Raum einzunehmen auf einer eigentlich Demonstration.

00:50:10: und ich glaube mir ist das auch dieses Jahr sehr stark aufgefallen, weil ich in den Jahren zuvor eigentlich immer eine Fußgruppe selbst organisiert habe.

00:50:18: Die so explizit die Rechte von Trans-Internicht binären Personen zum Thema

00:50:22: hatte.

00:50:24: und es macht mich glaube ich auch irgendwie traurig zu sehen wie viele Menschen auf die Ringbogen Parade gehen und wie wenige Menschen an der Demonstration zum Trans-Stay Affirmative Memorands teilnehmen also dem Gedenktag für Menschen, die aufgrund von transfeindlicher Gewalt ermordet wurden.

00:50:42: Das kann ich gut verstehen.

00:50:45: Was würdest du dir wünschen von so Allies, die auf die Pride gehen?

00:50:49: Also was wäre der Verbesserungswunsch an diese Person?

00:50:54: Ich glaube ich würde mich aktuell dort wesentlich wohler fühlen wenn es tatsächlich mehr Protestcharakter hätte.

00:51:01: Ich würde mich auch freuen wenn meine eigene Community also jetzt die Queer-Community im Breiteren Sinn mehr Ahnung von den Anliegen von Transpersonern hätte.

00:51:13: Also ich finde es richtig wild, auf wie vielen queeren Veranstaltungen.

00:51:16: Ich schon war, wo nicht darauf geachtet wurde dass es Toiletten für nicht binäre Personen gibt oder auch Veranstaltungen für schwule Männer, wo Transmänner explizit ausgeschlossen wurden.

00:51:31: also das frustriert mich einfach.

00:51:33: insgesamt an unserer Community.

00:51:36: Ja, das ist richtig arg.

00:51:37: Das hast du in der Vorbereitung gezählt und ich weiß dass du online auch dazu viel aktiv bist, dass Transmänner so häufig also voll aus der Club-Szene so ausgeschlossen werden aus den schwulen Clubs und so und das finde ich sehr arg!

00:51:51: Also man kämpft ja schon irgendwie für Freiheit und man kämmt für Queerness und das sollte ja schon irgendwo für alle gehen.

00:52:01: Und nicht nur für die eigene Identität, oder?

00:52:03: Schwule

00:52:04: Männer können ziemlich misogyn sein.

00:52:07: Also würde ich jetzt mal vermuten.

00:52:12: Misogyn und trans-exkludierend.

00:52:15: Ja

00:52:15: aber es auch...

00:52:16: Ich glaube sogar dass das connected ist.

00:52:20: Und das sind halt auch männlich sozialisierte Leute.

00:52:23: Das dürfen wir in einer patriarchalen Gesellschaft, also auch das darf man nicht ganz vergessen.

00:52:27: Also das reicht sozusagen ein und Ausschlüsse selbstverständlich vorzunehmen ist auf der Seite also auf eine machtvolleren Position einfacher.

00:52:44: Wenn ich noch eins anfügen darf weil du hast ja auch schon mal erwähnt dass an Feministinnen natürlich zurecht in Bezug auf Trans Inklusion gestellt wird, aber weniger in einem politischen Sinne auch an die Gay-Community?

00:53:07: Ja.

00:53:08: Auf jeden Fall.

00:53:09: Ich glaube das sieht man noch einfach daran wie viele frühere Frauen Partys oder Lesbenparties mittlerweile zu Flinterparties geworden sind um nicht binäre lesbische Personen zu inkludieren beispielsweise Und wie wenige Veranstaltungen für schwule Männer sich sprachlich in irgendeiner Weise zu der Inklusion von Transmännlichkeiten geäußert haben.

00:53:35: Ich glaube, das ist auch das Hauptproblem, dass Ziss-Männer – auch wenn sie schulend sind – oft nur für Zissmänner kämpfen

00:53:43: und nicht unbedingt feministisch sind.

00:53:52: Ja,

00:53:56: mein Secret Pleasure sind... glaube ich.

00:54:01: Ich habe in der Vorbereitung über diese Frage nachgedacht und ich glaube es sind Genders derriotype Rollenspiele in der Küche.

00:54:13: Also ich bin ja in einer queeren Beziehung mit einer Person die sich als irgendetwas zwischen Queermzisman- und Genderfluid bezeichnet.

00:54:22: Manchmal machen wir uns ein Spaß draus, ein traditionelles heteronormatives Ehepaar zu spielen.

00:54:29: Und dann ist er mein Frauchen und kocht für mich während ich auf der Couch sitze und zusehe.

00:54:36: Das ist sehr gut!

00:54:40: Ich fand es jetzt urschön, dass du gesagt hast Wir machen uns einen Spaß daraus und wir spielen das, ne?

00:54:46: Weil... ...ich glaube diese Frage von Perfektivität und ein Spiel mit bestimmten Rollen.

00:54:55: Wir sind ja nicht immer im Kampfmodus, man kann tatsächlich auch eine Rolle performen und

00:55:05: das genießen.

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