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#5 mit Marty Huber über die Queer Base & Antifaschismus und warum Solidarität mit Frauen & Queers immer Antifa sein muss

Shownotes

Marty Huber ist mit Cornel West „a prisoner of hope“, anders wäre ihre langjährige professionelle Arbeit im Flüchtlingsbereich wahrscheinlich nicht möglich. Die Erfolge können sich wahrlich sehen lassen und darum ist es auch an Euch Zuhörerenden, die Queer Base als Welcome und Support for LGBTIQ+ Refugees zu unterstützen.

SPENDENAUFRUF: https://friends.queerbase.at/spenden/

Mit Marty sprechen wir über Wien als Fluchtpunkt und Lebensort für Queers form everywhere, über Antifaschismus und die Widersprüche, die unsere Institutionen von der Villa bis zur Katholischen Kirche so durchziehen. Demgemäß ist unsere Mitarbeiterin des Monats Prof.in Christina Brüning, die für ihre Arbeit zu Holocaust und Erinnerungskultur, zu Postkolonialismus, Gender und Rechtsextremismus gemeinsam mit ihrem Team an der Geschichtsdidaktik der Universität Marburg Ziel rechtsextremer Angriffe bis hin zu Morddrohungen ist. Selbst die katholische Kirche reicht von Befreiungstheologie und emanzipatorischen Kämpfen bis zu erzkonservativem Wahnsinn, doch wo Nazi drauf steht, ist nur Nazi drin.

Shownotes: https://fempinetzwerk.wordpress.com/ Befreiungstheologie: Institut für Theologie und Politik www.itpol.de/ Die Villa https://www.instagram.com/dievilla_1982/?hl=de Queerbase https://queerbase.at TransX https://www.transx.at/index.php

Transkript anzeigen

00:00:06: Innen die Drag is not a crime Kinderbuchlesung Störung zu versauen und das war eine der besten Zeiten, die ich dort hatte in dieser Vielfältigkeit.

00:00:16: Ich war noch nie so früher von einer Demo vor sieben

00:00:22: Jahren.

00:00:23: da ist es halt ein Symbol aber immer auch eine Praxis.

00:00:26: ja hallo hallo Mößenbüro

00:00:37: Hallo Christine!

00:00:39: Hallo lieber Heider

00:00:41: Wie geht es dir heute?

00:00:42: Ich

00:00:42: komme langsam so ein bisschen aus seinem Sommertrot raus und merke, dass muss jetzt mal was passieren.

00:00:49: Aha!

00:00:52: Woran denkst du da?

00:00:56: So wie bei meinen Zukunft muss ich nachdenken.

00:00:58: Ich habe ja letztes Jahr mein Master abgeschlossen im Herbst und seitdem ist noch kein großes Denken passiert, was denn jetzt demnächst so jobtechnisch und so zukunftstechnisch passiert.

00:01:09: Und das muss ich langsam machen.

00:01:11: Das habe ich eine Zeit lang verdrängt und dann hab' ich angefangen relativ viele Bewerbungen zu schreiben und für ihn auch eingeladen worden und so... ...und dann ja hat sich nichts ergeben, was gepasst hat.

00:01:23: Manche Sachen sind auch wirklich extrem, wie es bezahlt, darf man das mal anmerken?

00:01:27: Ja also wenn du so eine Stimilie machst, so wie ich, zur Stimuliermarketing findet man nicht so einfach was.

00:01:32: Ich habe jetzt von Mumok eine Ausschreibung gesehen, vierzig Stunden für zweieinhalb

00:01:37: Brutto.

00:01:37: Ja das ist wirklich eine Schande!

00:01:41: Heide wie geht's dir denn?

00:01:42: Mir geht es gut ich mag den Sommer wobei es mir gerade ein bisschen zu kühl ist.

00:01:47: also diese Tropennächte vermisse ich doch aber das hatten wir schon letztes mal.

00:01:51: Ne mir gehts gut.

00:01:52: ich war morgens früh auf der Jubiläumswarte.

00:01:55: Das macht irgendwie ein bisschen mehr Weitblick.

00:01:59: War gut

00:02:00: Sehr sportlich.

00:02:01: Ja, ja.

00:02:04: Früher aufgestanden.

00:02:06: Frühe Vogelgänke in Wurm.

00:02:08: I could never!

00:02:12: Ich finde wenn es hell ist das total viel einfacher.

00:02:16: aber so im Winter um sechs aufstehen find ich heftig.

00:02:20: Aber jetzt im Sommer finde ich sagen nicht ganz easy

00:02:22: Das stimmt und die Eigenmotivation muss da sein finde ich.

00:02:24: also wenn man auf steht aus zwang dass es wirklich das schlimmste auf der welt.

00:02:31: Ja, nee das ist es nicht.

00:02:32: Das ist ganz lang meine Entscheidung gewesen und die war gut.

00:02:41: Gut machen wir mal weiter mit dem Hottick des Monats?

00:02:46: Des Monats Juli!

00:02:48: Und wir drehen jetzt doch wieder um.

00:02:50: Ich glaube ein chaotischer Approach, eine chaotische Rangensweise passt viel mehr zu uns.

00:02:56: deswegen habe ich das Gefühl wie überraschen euch lieber einfach jeden Monat mit wer präsentiert hier was?

00:03:03: Ja, also ich bin der Meinung dass du diesen Hot Tech präsentieren könntest.

00:03:08: Mein Hot Tech für diesen Monat ist das echte Solidarität mit Frauen und Queers auch immer bedeutet, dass man echten Antifaschismus lebt und zwar vor allem einer der Antisemitismus kritisch ist und antirassistisch.

00:03:22: Also was meine ich damit?

00:03:24: wenn du dich als Antifascistin bezeichnest, dann musst du dich auch zwangsläufig mit Antirassismus beschäftigen und mit Antisemitismus kritisch sein.

00:03:35: Wenn du echte Solidarität mit Frauen und Queers leben möchtest... Und weder noch also ich weiß nicht wenn man jetzt eine Situation hat wo einer Person sagt von das war jetzt aber antisemitisch von dir oder dieser Satz ist antisemitische oder so ... Dann kann nicht der erste Impuls sein.

00:03:51: äh nee!

00:03:53: Ich bin nicht antisemitischer sondern dann muss der erste Impuls sein, ich beschäftige mich jetzt damit.

00:03:59: Genauso wie mit Rassismus.

00:04:01: also wenn man darauf hingewiesen wird dass man rassistisch gehandelt hat was rassistesches gesagt hat oder so Dann muss man sich damit auseinandersetzen aus ja und wenn man das nicht macht dann ist meine Auffassung nach nicht antifaschistisch Und nicht wirklich solidarisch mit Frauen und Queers weil das hängt alles zusammen.

00:04:20: Ja und die Witz auch sagen, dass es nicht nur immer um das individuelle Verhalten geht sondern wir sollten vielleicht die Gegnerinnen nicht ganz aus den Augen und unserer Aufmerksamkeit verlieren.

00:04:32: Weil nicht nur steht die FPÖ in Österreich bei Umfragewerten, die einfach horrible sind also sind's mal von thirty-six oder sieben Prozent in deutschen Bundesländern wird gewählt und das sieht auch gar nicht gut aus in Bezug auf AfD.

00:04:50: Ja, also das Problem ist einfach dass wir es mit einer vielfach organisierten Rechten zu tun haben und da ist wahrscheinlich einiges schiefgelaufen, dass sich Linke & Queers in erster Linie mit Fehlverhalten von Genauseinen und Freundinnen beschäftigen, und ganz aus den Augen verlieren dass es die Identitären gibt.

00:05:12: Die Remigration den Begriff geprägt haben der jetzt ganz selbstverständlich bei den siebzig Jahren feiern da FPÖ gefeiert wird wirklich gefeuert wird und niemand sich das fragt.

00:05:24: wo macht das eigentlich halt diese völkischen Vorstellungen?

00:05:29: und dass dann Linke auch sich zunehmend so als Völkische gerieren, da ist es doch etwas seltsam.

00:05:36: Nein, das ist nicht seltsamt!

00:05:37: Das ist einfach total kurzsichtig.

00:05:40: uns macht mir Angst.

00:05:42: Da ist viel Verblendung dabei glaube ich?

00:05:44: Ja, schon Selbstkritik aber vielleicht ein bisschen historisches Wissen fehlt mir auch weil gerade oft Leute, die sich seit Jahrzehnten über so eine Verständigung von antirassistischer und antisemitismuskritischer Arbeit verständigen.

00:06:01: Und da ganz viel Arbeit geleistet haben plötzlich auch so positioniert werden was wirklich Bullshit ist.

00:06:08: Ja.

00:06:10: Mitarbeiter

00:06:11: in des

00:06:12: Monats?

00:06:14: Dann jetzt zur Mitarbeiterin des Monates.

00:06:17: Die kommt dann in Konsequenz heute von Haider.

00:06:20: Unsere Mitarbeiterin das Monat Juli eine Wissenschaftlerin, Christina Brünning die an der Universität in Marburg tätig ist und sich auch so wie wir das vorhin so kurz gedroppt haben.

00:06:34: Sich sehr lange schon mit einer Verbindung von Holocaust-Ideocationen und Rassismus kritischer Arbeit, Migrationsthematiken und den Widersprüchen in einer Migrationsgesellschaft, in der wir alle leben auseinander gesetzt hat und extrem rechten Anfeindungen an der Universität, sie und ihr Team ausgesetzt waren.

00:06:56: Das bis zu Morddrohungen ging.

00:06:59: auch da ist es leider bislang so dass die Universität wie die meisten von uns wahrscheinlich auch unserer Hörerinnen schon mal gehört oder selbst erfahren haben ein extrem hierarchisches Gebilde ist und man hat Christa Brünning zwar sowas wie geheime Arbeitsräume zur Verfügung gestellt und sie hat zunehmend online unterrichtet Aber ein wirklich konsequentes Vorgehen gegen die rechtsextremen Untriebe an der Universität, die natürlich so burschenschaften studentische Verbindungen hintergrund hat ist bislang nicht erfolgt.

00:07:37: Und

00:07:38: das ist dann oft unter seinem Deckmantel von weiß auch nicht Parteiligkeit oder so passiert es dann und das kennt man... Das kennt man auch aus dem journalistischen Bereich und gleichzeitig freut man sich dann immer sehr, wenn endlich jemand klar diese Verbindungen zieht.

00:07:58: Dass man erstens einmal unterschiedliche Diskriminierungsformen zusammen denken und bearbeiten kann zum einen und dass unsere Gegnerinnen tatsächlich auf der rechten Seite stehen und eben ihre chauvinistischen nationalistischen gewaltförmigen Fantasien da irgendwie ausleben.

00:08:20: Ja, das kann man im Spiegel nachlesen und

00:08:24: auch

00:08:24: im Internet gibt es... Es gibt einen Online-Statement zu der ganzen Sache und man kann sicher an verschiedenen Orten Solidarität aussprechen.

00:08:34: Hinweise dazu findet ihr dann auch in den Shownotes.

00:08:37: Ich finde's schon noch krass dass in diesen Beschreibungen die ihr widerfahren sind Die sind auch Nicht nur Misogyn, sondern die sind

00:08:47: so

00:08:49: gewaltvoll.

00:08:50: Also da ist so eine Aagepatriarchale Gewalt drin.

00:08:53: Das ist natürlich dann auch sofort gegen trans- und quere Studierende gerichtet hat.

00:08:58: also es geht dann der Vorwurf ist immer... Die Opfergruppen sind immer sehr nah beieinander.

00:09:04: auch wenn das gerade eine Dynamik angenommen hat seit dem siebten Oktober dass diese Gruppen gegeneinander positioniert werden oder sich auch vielleicht bereitwillig positionieren lassen, merkt man glaube ich gerade an solchen Vorfällen wie schnell es geht dass da die rechte Gewalt sich wieder eindeutig ausrichtet.

00:09:25: und das ist ein bisschen so das Problem.

00:09:28: Und das kann man dann unter so Umsexe ausdrücken wie Demokratie fassen.

00:09:32: aber eigentlich geht's tatsächlich darum welche Form von Spielregeln wollen wir eigentlich, so was wie ein rechtes Stärkeren und eine bestimmte Form von rassistischem Überlegenheitsdiskurs oder wollen wir eine Form von pluralistisches Gemeinwesen wo man sich schon inhaltlich streiten kann aber jetzt die persönliche und vor allem natürlich auch körperliche Integrität da immer gewahrt wird.

00:10:00: Ich glaube leider müssen wir da häufiger noch zurückkommen zu diesem Thema, in diesem Themenkomplex.

00:10:06: Aber für heute war es das glaub ich mal oder?

00:10:10: Jo!

00:10:19: Unsere heutige Gäste ist Mati Huber.

00:10:23: Matis selbst langjährige Radiomacherin und Do-Kasterin.

00:10:27: vielleicht hat Mati später Lust auch zu dieser Episode des politischen Aktivismus etwas zu sagen.

00:10:33: Und Mati war auch unsere Mitarbeiterin des Monats März, als Nora Hassane's erste Gästin zur Kaffeepause im Mösenbüro über materialistischen Feminismus gesprochen hat.

00:10:45: Hallo und herzlich willkommen liebe Mati!

00:10:48: Hallo ihr zwei!

00:10:52: Zum Einstieg und zum Aufwärmen – wo kommst du eigentlich her?

00:10:57: Das ist immer so.

00:10:58: diese tolle Frage am Anfang Und ich finde sie irgendwie auch ganz witzig, wenn man dann überlegt was will man offenlegen.

00:11:06: Das ist so wie wenn man einen Lebenslauf abgeben muss und dann die Scheißjobs, die man gemacht hat nicht anführt.

00:11:13: Deswegen habe ich mir gedacht Ich fange mit etwas anders vielleicht so ein bisschen in dem Kontext nicht die besten Streetcrats gibt.

00:11:23: Ich hab in Religion maturiert.

00:11:25: Mündlich?

00:11:26: Ich auch!

00:11:27: Oh, ich hatte das gar nicht in der Schule

00:11:31: Und ich hatte dann bei der mündlichen Matura eben mehrere Fragen, also drei eigentlich und zwei davon waren eben die, die ich so richtig mir auch gewünscht hatte.

00:11:43: Und das eine war feministische Theologie und das andere war Befreiungstheologie.

00:11:48: Okay, das beantwortet schon die Frage?

00:11:49: Das war katholisch ein religioser Unterricht.

00:11:53: Alles klar!

00:11:53: Weil Befreiungstheologie gab es im evangelischen Religionsunterricht nicht.

00:11:57: Also so gesehen ... Ja, ich komme aus einem sehr konservativen Kontext und eigentlich halt auch in dem sehr katholischen.

00:12:06: Und aber da glücklicherweise in einer Zeit der achtziger Jahre es ist doch auch sehr linke Kontexte in diesem Bereich gab.

00:12:15: und naja die Brüche haben sich dann von selbst hergestellt mehr oder weniger insbesondere durch queeres Coming Out in der Nachschulzeit.

00:12:26: geprägt hat, mich da wahrscheinlich auch einfach so dieses Aufwachsen im Inviertel mit doch sehr alt- und neonazistischen Kontexten zwischen Riedt und Braunau.

00:12:38: Also in dem Sinn

00:12:40: eine Stacke.

00:12:47: Ich bin in Ried in die Schule gegangen, Ried im Ingres.

00:12:54: Ende der Achtzigerjahre hatte ich mit den Aschermittwuchsreden angefangen in der Jantunhalle und da war es dann schon auch diese Demonstration gegen dieses Treffen dort.

00:13:07: dabei zu sein, wenigstens der erste Golfkrieg oder für mich der erste in meinem Bewusstsein.

00:13:13: Also da waren schon immer wieder so Punkte drinnen wo ich gemerkt habe, da gibt es einfach verschiedenste Kontexte.

00:13:21: auch zum Beispiel erste Demonstration gegen Wackersdorf Wiederaufbereitungsanlage weil das halt auch ein bisschen im Nähe nahe Bereich war.

00:13:33: Das war das erste Mal konfrontiert sein mit Polizei auf einem anderen Niveau.

00:13:39: Aber wahrscheinlich schon noch mit so einem vielfältigen Protest?

00:13:44: Absolut, wir hatten damals, ich war da keine Ahnung, vierzehn oder so Kontakt mit einer Gruppe von Pensionistinnen und die haben ein Buch rausgebracht zum Fotoalbum Das hieß wie Radikalen oder so Und das waren lauter Porträts vom Pensionisten weil sie gesagt haben naja Wir sind uns werden können Sie nicht mehr entlassen Und wir sind Pensionistinnen, die Pensionen werden sonst schon nicht wegnehmen.

00:14:11: Also im Niederbayerisch nackte er aber das kann ich nicht mehr.

00:14:14: So was finde ich mal sehr cool muss ich sagen so übergreifende Generationsproteste sozusagen.

00:14:22: Ich finde es gibt auch sehr viele Kontinuitäten weil du gerade Kontinuitäten gesagt hast heute zu unserer letzten Folge nämlich politisiert werden am Land und coming out am land in der Schule.

00:14:35: Vielleicht kannst du noch mal so ein bisschen darauf eingehen, wie das so war.

00:14:38: Also weil unsere Frage, wo kommst Du her?

00:14:41: Das hat ja viel damit zu tun, wieso bist Du der Mensch heute, der Du bist?

00:14:45: und ich verstehe schon dass Du sagst so, das ist sehr unschön mit Religion.

00:14:49: aber es hatte ich auch zum Mati gemacht, wie Mati heute ist.

00:14:52: also was würdest Du sagen?

00:14:54: waren da so sehr einschneidende Momente wo wirklich so Dinge passiert sind die Dich einfach so extrem geprägt haben?

00:15:03: jetzt in Bezug auf Religion oder die Zeit, weil ich meine das eine ist so.

00:15:07: Ich bin ein Kind.

00:15:12: der große Umbruch, der passiert ist, ist neunundachtzig also als die sogenannte Mauer viel oder der eiserne Vorhang und ich bin halt aufgewachsen in diesem Glauben dass Österreich das Ende der Welt ist.

00:15:26: Ah spannend!

00:15:27: Ja?

00:15:28: Und ich war zum Beispiel auch katholisch, am Jungscher Lager immer an der tschechischen Grenze.

00:15:35: Also Tschechoslowakische Grenze dieses Jahr damals und da war immer quasi die Ansage wenn ihr im Wald verloren geht, das geht immer bergab weil sonst kommt ihr an die Grenze und dort sind die Hunde und ihr müsst aufpassen dass ihr nicht von Soldaten erschossen werdet.

00:15:52: Spannend ja!

00:15:53: Und als dann neunundachtzig wirklich in so einem Domino-Effekt, nach und nach diese Grenze zerbröselte war eine Euphorie die ich natürlich nicht in dem politischen Verstanden habe aber auch mit den Menschen um einen herum.

00:16:13: Die schon sehr massiv in diesem... wir müssen jetzt Was machen?

00:16:19: Es wurden alte Häuser renoviert, um rumänische Familien aufzunehmen.

00:16:25: Also es gab ja so diese okay, die Ostdeutschen gehen sowieso nach Deutschland.

00:16:29: Ja!

00:16:29: Also es waren halt wiederum ein Tross von Menschen der sich in Bewegung gesetzt hat und das ist schon auch etwas so immer vielleicht so ein widerkehrendes Motiv ist, auch von Bewegungen von Menschen, die nach etwas suchen... dass über sie hinausgeht und auch ein Wunsch nach Freiheit ist, auch wenn alles dann nicht so ist wie man sich es vorstellt.

00:16:53: Und wir wissen was dann alles passiert ist also auch eine neoliberale Entwicklung in Europa

00:16:58: etc.,

00:16:59: aber dieses Ende von diesem System, das Systemwechsel war schon einfach extrem prägend.

00:17:08: Ich habe trotzdem Parf-Johannes Paul den Zeiten nicht gemacht.

00:17:25: Ich

00:17:26: hatte einen Solidarnoschpin, also weil ich hatte eine Literal-Jutetasche.

00:17:32: Also wirklich juttet!

00:17:33: Die hat wirklich ordentlich gestunken und gejuckt.

00:17:37: hauptsächlich erinnere mich... Daran, dass sie einfach so grob war und wirklich gejuckt hat auf der Haut.

00:17:43: Aber da waren sehr viele Buttons drauf Und zwar waren da auch sowas wie Boycott South Africa Also kauft keine Früchte aus Südafrika, keine Ananas und so Auch eine interessante Frage Wie Boycott-Themen sich immer wieder aufschwingen und vermischt werden.

00:18:04: Ein Solidarnoschpin Der war sehr cool, der war einfach dieser Schriftzug.

00:18:10: Also so gesehen war diese Frage von Mischung an Arbeiterinnenorganisierung eben in Polen aber auch diese evangelischen Proteste in der DDR auch so etwas von zivilgesellschaftlicher Aufbrüche.

00:18:27: ja also ich war da eben wie gesagt den Keins das so oh Gott das Sozialismus bricht zusammen.

00:18:35: es war nicht mein Background Aber auch die, ich glaube wie ist der Lilane Frühling in Prag?

00:18:43: Ich weiß es nicht mehr.

00:18:43: Aber ich erinnere mich halt so am Wenzelsplatz als dann... War das

00:18:48: nicht die Samtene Revolution?

00:18:49: Die

00:18:49: Samtenne Revolution!

00:18:52: Als die Menschen mit den Schlüsseln auf dem Wenzelplatz standen und mit den Schlüsseln geläutert haben sozusagen und zu sagen ihr gebt jetzt die Schlüssel ab.

00:19:01: ja Und da sind auch so Motive die immer wieder kommen und es waren einfach Doch bis auf Jugoslawien umstürze, oder auch Rumänien waren noch so ein bisschen mit Ceausesco gleich eigentlich erschossen.

00:19:18: Das habe ich auch sehr in meinem Kopf als Nachrichtenbild.

00:19:24: Aber doch eigentlich sehr friedliche Umstürzen und das fand ich schon auch nochmal diese Möglichkeit von einer anderen Welt zu träumen oder auch hegemonial zu werden, ohne komplett alle moralischen und zivilisatorischen Grundsätze abzugeben?

00:19:49: Ja, war eine spannende Zeit auf jeden Fall.

00:19:51: Und also ich finde es spannend weil du bist ja eigentlich auch mit Fluchtgeschichte groß geworden Gerechtigkeit und so.

00:20:07: Und ich finde es auch spannend, Geschichten von der anderen Seite zu... Also ich weiß nicht ob du schon in unserem Podcast gehört hast aber zwangsläufig befasse ich mich extrem viel mit der DDR-Geschichte meiner Familie.

00:20:22: Sehr, sehr ähnliche Diskussion und ich glaube aber auch da gab es eine Welt die abgeschlossen war.

00:20:27: Auch da gab's eine Welt wo man nicht geglaubt hat dass das mehr gibt.

00:20:30: Leute kannten sich halt einfach nicht so aus was Demokratie bedeutet auch weil sie so sozialisiert worden sind in diesem Land wo er von einer Mauer umgeben war.

00:20:40: Ja und ich finde also eigentlich an Ende der achtziger Jahre kam dann auch ein gewisser Jörg Heid an die Macht Und da war eigentlich dann schon auch meine beginnende Auseinandersetzung mit Rechtsradikalismus

00:20:54: und

00:20:54: den verschiedenen Formeln von Alt-Nazitum

00:20:58: und

00:20:58: neuen Nazis.

00:21:00: Also weil dann einfach diese Frage von Umbrüchen immer auch eine Zeit ist, wo verschiedene oder rechtsradikale Kontext extrem versuchen das auszunutzen um die Ängste, die da sind auch bestmöglich für sich zu kapitalisieren.

00:21:21: Und da habe ich dann schon auch gemerkt, wie wenig ich gelernt hab an faschistischer Geschichte oder Aufarbeitung in einem Ort wie Riede und so.

00:21:32: Liebe Marti eine Frage, die ich gerne stelle ist als welche Art von Feministin siehst du dich heute?

00:21:38: Also ja welcher Art von feministen würdest Du Dich bezeichnen?

00:21:42: Immer noch als QueerfeministIn?

00:21:45: Auch einfach weil es so sehr auch irgendwie mit meiner Biografie zu tun hat.

00:21:49: In dieser Schnittmenge von als Frau gesehen werden, als Mädchen aufgewachsen zu sein Mit den sehr patriarchalen Vorstellungen von was Mädchen tun können und was nicht Zum Beispiel längere Ausbildungen sind nicht nötig Man heiratet die

00:22:09: Ja

00:22:09: Also da sehr ein Verständnis entwickelt haben für patriarchale Strukturen und wie diese auch einfach verschiedene Leben prägen, und auch verletzen.

00:22:20: Und da war auch in dem nicht ganz hineinpassen gar nicht hineinpassten eigentlich diesen essentiellen Begriff von Frau.

00:22:30: Ja!

00:22:33: Und auch sehr kritisch gegenüber dieser Vorstellung von dieser Binarität zu sein... Ich glaube, teilweise sind diese Begriffe heute schon so in einer Art modern wo ich nicht wusste was ich mir eigentlich als Bezeichnungspraxis angeeignet habe um überhaupt die meine eigenen Zusammenhängen schon verstanden zu haben.

00:22:56: Also so etwas wie...ich glaub' ich hab vorher mich mit Geschlechtsidentität auseinandergesetzt, bevor ich mich mit sexueller Orientierung auseinandersetzt habe.

00:23:06: Ich hab meinen Namen mit vierzehn auf Marty geändert der ein nicht binäherer Name ist.

00:23:12: aber es gab für mich nicht mal das L-Word in meinem Vokabular.

00:23:17: also ich wusste nicht was lesbisch ist.

00:23:19: Ja spannend!

00:23:20: Aber ich wuste schon dass... ich wusst ja irgendwie die Anderes Und ich vergleichse manchmal so mit meiner Linkshändigkeit, wo du einfach auch nicht weißt als Kind was links und rechts händig ist.

00:23:34: Aber du kreist halt einfach ... Du hast ja deine bevorzugte Hand!

00:23:38: Mit der fängst du an den Hammer auf das Matador zu dreschen um noch altes Spielzeug aus der Zone zu wecken.

00:23:49: Ja Kinder haben auch glaube ich Ganz spät erst ein Konzept von Junge und Mädchen.

00:23:54: Also es gibt relativ viele Studien auch dazu, was das Spielzeug angeht und Farben

00:24:00: und

00:24:01: so, also Unterscheidung generell auch als Kinder unterscheiden einfach nicht zu viel wie Erwachsene.

00:24:07: Und das ist ja irgendwie so geblieben!

00:24:09: Ich glaube halt es gibt dieses verschworene Zeitalter der Kinder wo es eigentlich keine Bedeutung hat und die Gesellschaft dann halt eigentlich versucht... Diverse Vorstellungen von Normen durchzusetzen bei den Kindern.

00:24:24: Mehr oder weniger automatisch und da ist es dann halt, das ist eine komplette Fehlleistung für mich.

00:24:32: also da hab ich einfach... Das war eigentlich so nah was wollt ihr an Kleid?

00:24:39: Naja aber eben nicht eine Fehllastung sondern nebeneinander.

00:24:43: Es war mir ganz natürlich kein Kleid zu wollen und nicht mit Puppen spielen zu wollen Aber das sind so diese

00:24:51: Ein sehr geglückter Genderfluidität.

00:24:53: Ja und ich war eben über sexuelle Orientierung, wusste ich ja noch weniger.

00:24:58: also das eine war noch mehr bei mir.

00:25:00: Also das hatte sich jetzt noch so irgendwie körperlich oder wie auch immer in der sozialen Auseinandersetzung mit mir selbst.

00:25:06: aber zu... Ich wusste es gibt Schwule Aber nur in Witzen.

00:25:11: Und so war dann das Aufwachsen am Land Diese Mischung aus aus feministischen Aspekten, auch an Rechten von Frauen.

00:25:21: und aber auch das passt nicht ganz genau in dem wie ich mich fühle.

00:25:27: Aber trotzdem nicht eines vom Bein über Bord werfen wollen.

00:25:32: Keine Ahnung manchmal rätseln Leute ob ich nicht doch mehr Day-Dam bin weil eben... You have this Wipesparty Aren't you?

00:25:45: Und ich bin so, ja eh.

00:25:48: Ich werde alle möglichen Pronomen genannt aber eigentlich eine feministischen Trotzphase bezeichne ich mich gerne als sie und ihre.

00:25:56: also weil für mich das so eher ein feministisch.

00:26:01: es spricht nicht anderen das ab dass sie aus dem genau so feministisch sind.

00:26:07: Aber für mich ist es so dieses performative Ding von...

00:26:11: Ja, und für dich ist das ja auch Widerstand.

00:26:12: Also wenn du anders gelesen wirst eigentlich dann zu sagen Du hast bestimmte Aspekte an dir die halt irgendwie genderfluide oder nicht näher oder so sind.

00:26:23: aber du möchtest trotzdem sie ihr verwenden.

00:26:28: Und auch dem Begriff Frau verwenden finde ich auch ehrlich gesagt.

00:26:33: dann also auch da drin kann ein widerstand sein bestimmte Charakteristiken, die Gender-Performance ausmachen.

00:26:42: Hernehmen wollen um Genderfluidität herzustellen?

00:26:45: Da müssen wir es ja eigentlich so machen!

00:26:47: Ja und ich habe eigentlich sehr lange keine Pronomen zum Beispiel in meiner E-Mail Signatur gehabt.

00:26:55: Obwohl ganz viele, die halt sonst so sehr normativ sind das Machen aus Solidarität.

00:27:00: dann wie auch immer.

00:27:01: Und ich war immer so nein ich will dass sich Leute wundern mit wem sie schreiben Und das ist immer so.

00:27:10: mein kleiner Test.

00:27:11: Also ich wurde auch bei Telefon, also wenn ich bei IT-Abteilungen angerufen habe beim Service, einfach oft mit Herr Huber angesprochen, obwohl ich weiß nicht wie meine Stimme so klingt aber einfach nur die Annahme dass sie jemand der zuständig ist für die IKT muss doch ein Mann sein.

00:27:32: Und irgendwann kommen sie drauf, dass ich doch kein Mann bin und dann entschuldigen Sie sich sehr.

00:27:38: Diesen Moment der Peinlichkeit das freut mich immer ein bisschen.

00:27:43: Diese Peinlichkeit der anderen.

00:27:45: Kommen wir schon zum Begriff Queer?

00:27:49: Zu den politischen Implikationen des Begriffs Queer weil es gibt ja auch über Farben so relativ viele also diese Farbzuordnungen die mit Untergrad bei Kindern recht nervig sind und ich habe vorhin nur assoziiert dass der Südburgland ist zu einer sehr rückständigen Ecke Österreichs.

00:28:09: Aber vielleicht... aus unterschiedlichen Gründen, weil es da nie nur das eine gab.

00:28:15: Weil es tatsächlich eben Minderheiten gab neben Roma noch andere sowie Ungarinnen und Kroatinnen und Evangelische eben.

00:28:22: aber gleichzeitig sind wir auch in einer Zeit groß geworden wo die dominanten Farben ja eher so ein stilles orange oder grün waren und nicht so sehr rosa und hellblau braun.

00:28:33: auch braun ja genau

00:28:34: war sehr wichtig.

00:28:35: ja anyway am dissociierten

00:28:42: dass die Achtzigerjahre ja gleichzeitig auch ein recht queeres Herzehnt war.

00:28:45: Absolut!

00:28:46: Es gab einfach Lego für Menschen, die Bausteine basteln wollen und nicht ein rosa Lego.

00:28:53: Und es gab Platzhosen.

00:28:55: Es gab Platz-Hosen für alle.

00:28:57: Es gibt T-Shirts, die nicht gesendert waren.

00:28:59: Also ich glaube das teilweise die Sachen heute wirklich viel schlimmer sind als damals.

00:29:04: Ich bin noch jetzt eben in Kontexten aufgewachsen, wo wir nicht viel Geld hatten indem so... Weiß ich nicht.

00:29:11: Aber es gab keine... Man hat die T-Shirts der Geschwister getragen und die Räder, also es gab jetzt kein pinkes Rad

00:29:20: für... Genau!

00:29:20: Es gab eher nur rote und orange und vielleicht grüne Fahrrad.

00:29:24: Ich meine,

00:29:24: die blingst farbe ist blau.

00:29:25: Tut mir leid.

00:29:26: FPÖ ist meine Farbe.

00:29:29: Mein Dreirad war grün rot?

00:29:31: Ich glaube, ich habe immer das Fahrrad vom Nachbarn benutzt weil ich keinen eigenen Sathe hatte und es war blau!

00:29:42: Mehr zum Thema queer, gestern und heute?

00:29:46: Queer gestern.

00:29:48: Wenn wir aus meinem biografischen Verlauf mit dem Begriff reden wollen hat Queer zuerst gar keine Rolle gespielt.

00:29:58: also ich habe schon erwähnt dass ich das L-Wert nicht kannte und damit auch eigentlich komplett nicht alphabetisiert war.

00:30:07: Das ist aber auch nicht immer nur zum Nachteil gewesen.

00:30:10: Das würde ich vielleicht noch anmerken wollen, weil durch die wenige Auseinandersetzung mit Sexualität bis gar keine und auch wenig whatever Vorteilen eigentlich, weil man nicht darüber gesprochen hat war es eigentlich sehr so.

00:30:22: dieses Fühlt sich gut an das fühlt sich richtig an Es muss gut sein.

00:30:26: So was Also eigentlich in so einem würde ich mal sagen in einer queeren Ursuppe ohne diese Identität Aber ohne Wissen, dass es queer ist.

00:30:36: Also oder schon eigentlich ein bisschen wissen das darf ich jetzt nicht weiter sagen.

00:30:39: Oder es wird die Erwartungshaltung nicht unbedingt erfüllen aber eigentlich ist man gar noch nicht an den

00:30:45: Punkt wo er

00:30:46: Erwartungshaltungen erfüllt

00:30:48: muss?

00:30:48: Ja.

00:30:48: Man ist noch so ganz bei dem oh my god was passiert.

00:30:51: und so gesehen war das gar nicht zu schlecht und das könnte man vielleicht so als eine universalistische queere Queeres Coming of Age ohne Begrifflichkeit Also ein vorsprachliches Stadion, wie es die Lacronerinnen sagen wird.

00:31:09: Und dann kam natürlich sehr schnell die Formeln von Restriktion, Abnormalität, Ausgrenzung, Othering... ...die dann eigentlich nicht zu sehr von Sprache geprägt sind aber eben noch nicht von Begriffen mit Queer.

00:31:28: Es war halt homosexuell lösbisch.

00:31:31: Das waren eigentlich die Begriffe anders, das muss man abstellen.

00:31:36: Ich hatte dann also nachdem ich ja nicht freiwillig... Also ich hatte im Gegensatz zu vielleicht anderen Jugendlichen heute kein freiwilliges Coming Out sondern ein Brief von mir wurde gelesen an meine damalige Freundin von ihrer Mutter und die hat dann meine Eltern verständigt.

00:31:57: Und die haben dann ...also die Mutter von ihr darauf bestanden einen geistigen Beistand heran zu ziehen und das heißt ich hatte dann auch ein nettes Gespräch mit den Eltern und einem geistigem Beistrand.

00:32:11: Ich wurde jetzt sehr viel angefragt, ob ich nicht etwas zur zum Verbot der Konversionstherapie sagen.

00:32:16: Wie gesagt, das gibt nicht viel her weil der geistige Beistand war ein eher linker Tierkorn glücklicherweise.

00:32:24: ich hatte sehr viel Glück weil eine Gemeinde weiter und ich säße einfach vor einem ärztkonservativen Pfarrer oder wäre gesessen und hätte weiß ich nicht was dann bewerkstelligen müssen.

00:32:37: aber das war eigentlich so mein rausflug aus diesen Kontexten weil ich gemerkt habe, das geht sich nicht aus.

00:32:44: Immer noch kein Begriff von Queer obwohl halt eben dieses Ding in der Geschlechtsidentität nicht passend also in der Vorstellung von Weiblichkeit nicht passen In der Vorstellungen von Ökonomie nicht passende Also im Sinn von will-nicht-heiraten eigentlich keine Kinder, also nicht so wo ich mir denke ich muss jetzt Kinder haben.

00:33:07: und eben auch in der Sexualität nicht passend.

00:33:10: Da gibt es einfach dann keine Möglichkeiten zu sagen das ist die Verbindungsbrücken zu diesen Normvorstellungen, die da möglich gewesen wären.

00:33:21: Also all diese vielleicht späteren Normen von Familie oder auch einer queeren Familie waren einfach nicht da, diese Legitimation von Existenzsetten bereiten können.

00:33:32: Und da war natürlich Queerseilen als wirklich diese Geschichte von nicht der Norm entsprechend, nicht den Vorstellungen in der Gesellschaft entsprechend eigentlich ein wirklich guter Begriff für dieses Meer an Rausfallen aus diesen Vorstelllungen.

00:33:54: Ja und dann gibt es da ja eigentlich ganz viel Intellektuelles, kulturelles, aktivistisches Interesse schon.

00:34:03: Dass da ja anklingt um sozusagen die vom Nicht-Passing aber zu einem Begehren zu kommen dass der ja tatsächlich sehr manigfaltig ist und dich irgendwann einmal dann so der gemacht hat die du heute da so sitzt.

00:34:20: also weil ich mein immerhin du hast auch irgendwann mal so promoviert und solche Dinge Das ist ein bisschen weit weg von der Vorstellung,

00:34:28: dass

00:34:31: Bildung eigentlich nicht so zentral ist.

00:34:34: Ja also

00:34:35: so gesehen schon weit gekommen in diesem Off-Space.

00:34:41: aber auch eine Promovierung ist ja auch etwas sehr bürgerliches oder ich weiß es

00:34:46: nicht?

00:34:49: ob das in Ritz so Leute erwartet hätten.

00:34:54: Also

00:34:55: statistisch fahre ich in wirklich so eine kleine, kleine, Kleinesgruppe als Hauptschullerin die promoviert hat also von Nicht-Akademikerinnen und so weiter.

00:35:08: Der kann sehr stolz auf dich sein.

00:35:09: Ja,

00:35:10: da hat niemand Matura gemacht.

00:35:12: Hast du das patriarchale System ausgetrickst?

00:35:16: Ja durch Queersinn!

00:35:17: Durch.

00:35:17: Ich muss hier raus verdammt.

00:35:20: Ich bin auf dem Rad nach Wien gefahren.

00:35:24: Mit meiner damaligen Freundin sind wir auf den Rädern nach Wyn abgehaut und es ging dann natürlich nicht so gut aus mit dieser Freundin NUA, aber es war schon einfach Wien der Ort für neue Möglichkeiten und ich glaube das hat wieder dieses Ding von Grenzüberschreitungen zu tun.

00:35:50: Eigentlich ein halbes Jahr wohnungslos sein, dann in Wien und schauen wie kann man... also wurscht ich geht es irgendwie auf die Uni.

00:35:58: Ich muss halt schauen wie komme ich mit zwei tausend Schillingen über die Runden?

00:36:03: Das rechnet irgendjemand um ungefähr einen hundert zwanzig Euro?

00:36:06: keine Ahnung.

00:36:07: Ich habe leider gar keine

00:36:08: Ahnung.

00:36:09: Ja weil du bist so

00:36:11: weit von meiner Zeit.

00:36:13: Also die Kinderbärchen für de facto Und aber trotzdem irgendwie so dieses Ding.

00:36:18: von hier kann ich was Neues anfangen.

00:36:21: Eigentlich schon vorher, das ist auch noch so eine lustige Geschichte.

00:36:25: Die Kinder aus den Bundesländern kommen ja immer zur Wienwoche um die Bundeshauptstadt kennen zu lernen.

00:36:31: und Ich weiß noch als wir wieder weggefahren sind mit dem Bus sind wir an der Villa vorbeigefahren.

00:36:38: Das damals gerade relativ frisch... besetzt war.

00:36:43: Also ich war in der Hauptschule und ich habe den Schriftzug gelesen, das Wort schwul kannte ich ja aber Lesbun Schwunhaus.

00:36:52: Es gibt so diese magischen Momente wenn man so denkt, interesting!

00:36:59: Also noch nicht verstehen was das eigentlich ist und erst später merken da ist ein Landungspunkt dem man finden kann.

00:37:08: Ja irgendwie kommt man auch zurück zu Dingen, in denen man sich eigentlich schon gesehen hat.

00:37:13: So ein bisschen ohne es zu sehen.

00:37:15: also ich verstehe vorher was du meinst.

00:37:17: Ja also ziemlich passend dazu.

00:37:19: Ich habe mich vor allem als wir uns kennengelernt haben aber eigentlich schon immer gefragt wie Du die Queerbase gegründet hast.

00:37:27: Also wie bist Du da draufgekommen?

00:37:28: Also ich bin ja nicht allein darauf gekommen sondern das waren ein paar Leute die also schon auch im im Villa Kontext, also türkis-rosa-lila-villa Kontext.

00:37:39: Orkoa zum Beispiel, Oriental Queers oder auch Tekushin die eigentlich so ab... auch innerhalb der Queeren-Community in Wien ein Netzwerk gegründet haben, um Queere Geflüchtete zu unterstützen.

00:37:56: Da anders war eine Transfrau aus der Türkei die damals in Schubhaft war wo dann auch Proteste organisiert worden sind und sie wieder aus der Schubhaft rauskam und das irgendwie klar war in dem Kontext man muss sich besser organisieren weil Asyl bis hin zu Schubhaft einfach dermaßen komplex ist und so viel Risiko für die Personen dann vorhanden, dass man nicht untereinander irgendwas machen kann.

00:38:25: Also man muss da wirklich auch klar sein wer welche Verantwortung hat.

00:38:30: Die türkische Transfrau ist dann auch wieder rausgekommen.

00:38:36: von der Villa gab es ja auch einfach so dieses Ding Unterstützung für alternativen Wohnraum, also auch als Gründungsidee in den nachtziger Jahren.

00:38:46: Also queere Lebensformen mit einem eigenen Wohnraum zu unterstützen oder auch selbst zu organisieren.

00:38:55: und dann hat eben der Wohnverein eine eigene Wohnung noch angemietet, um für so eine Notwohnung für kirige Flüchtete auch noch extra Raum zur Verfügung zu haben.

00:39:05: Und das war eigentlich ein bisschen am Beginn von diesem Netzwerk und eigentlich dann so ... ... im September, glaube ich, war es, am Haus mit Tötetschwule Ubi Pederer Und es war dann eh relativ weit publik gemacht, was jetzt nicht unbedingt der Villa-Styl war.

00:39:30: So Public Relations zu machen.

00:39:32: Da kamen sehr viele die gesagt haben können wir euch helfen?

00:39:35: Können wir euch Farbe kaufen und das ist ja schon erledigt aber ihr könnt zum Beispiel spenden für diese Wohnung.

00:39:42: Und da das war das erste Mal, dass es so ein Goingpublic gab von Unterstützung für queere Geflüchtete.

00:39:48: Es wurde dann teilweise in den Medien so Villa gründet, Notwohnungen und so weiter.

00:39:53: Es gibt schon seit drei Jahren aber egal.

00:39:55: Irgendwie hat sich das natürlich auch mehr herumgesprochen und es kamen immer mehr queere geflüchteten auch in die Villa weil sie aus ihren Unterbringungen raus mussten, weil sie dort weiterhin bedroht wurden Angst hatten vor einem Coming Out oder vor Übergriffen.

00:40:13: Und das war dann irgendwie klar, dass geht sich nicht aus, dass so Leute in der Bibliothek schlafen weil es keinen Platz mehr gibt ist es für weder die Leute, die die Wille so nutzen und auch für die Leute die dort Notunterkunft haben.

00:40:29: Kein geeigneter Ort!

00:40:30: Wir haben wirklich versucht strukturell das zu vermitteln Etwas, was die Community selbst so nicht stemmen kann.

00:40:38: Das ist ein strukturelles Problem und der Staat ist dafür verantwortlich diese Personen sicher unterzubringen und vor Gewalt zu schützen.

00:40:46: Und das hat leider erst dann Gehör gefunden als eine ehemalige Bewohnerin in der Notwohnung, die auch eine türkische Transfrau war, eine Sexarbeiterin von einem Kunden umgebracht worden ist im Jänner-Fünfzehn.

00:41:02: Also Handel Önschü ist ihr Name.

00:41:06: Ich sag immer, wir haben zwei Transmütter.

00:41:09: Der Queerbiss ist die erste, die in der Schubhaft war und die dann nach neun Jahren Asyl bekommen hat.

00:41:19: Das war wirklich ein sehr, sehr langer Kampf auch und handelt die dann also in dieser Trauer und Wut.

00:41:26: Die ja auch dann kam nach ihrem Tod auch Klaver als auch der Stadt Windklaver.

00:41:31: Die gehen jetzt nicht mehr weg.

00:41:33: Die Community steht so auf unserer Türtacke dass sie da was tun müssen.

00:41:41: Und das ist leider halt immer wieder so, dass es diese einschneidenden Momente anscheinend braucht um diese Veränderungen herbeizuführen.

00:41:50: Wir haben schon wirklich versucht es an vielen Stellen zu vermitteln, politischen Punkten aber ja das hat es leider gebraucht.

00:42:02: Ich finde dass jeder Femizid nimmt mich extrem mit und dieser Femiziad vor ein paar Wochen wo eine Transfrau ermordet worden ist noch mal was anderes vom Gefühl her tut irgendwie so doppelt wie.

00:42:23: Und ich finde, in der feministischen Bubble bzw.

00:42:25: in der feministischen Traxis ist es häufig so dass Dinge erst ganz doll schief gehen müssen bis irgendwas passiert und Ich finde das gehört mit zum Patriarchat dazu und zu diesem ganzen Themenkomplex von wegen.

00:42:44: man glaubt Betroffenen nicht, man glaubt Opfer nicht.

00:42:49: Man glaubt Menschen nicht die bedroht werden.

00:42:52: Man glaube Frauen nicht die Bedroht Werden und das muss immer erst also bei jeder Gewaltstatistik ist dabei dass wenn es zu einem Femizid kommt das vorher Anzeichen gab Und zwar extrem viele und die Polizei halt entweder aus rechtlichen Gründen nichts tun kann oder aus Ignoranz nichts macht.

00:43:10: Und ich würde gerne einen positiven, mir irgendwas Positives als Widerstand einfallen lassen aber es ist total schwer in diesen Zusammenhängen und in diesem Situation irgendwie also aktiv irgendwie dagegen an das vorzugehen.

00:43:26: Das ist ein Punkt im Feminismus der mich eigentlich ein bisschen taubmacht.

00:43:30: Aber

00:43:31: ich glaube dass sollte halt nicht passieren weil... Also ich kann jetzt nur Paare fraßieren Entschuldigt Bartler Zitat, um auch noch eine kläre Theoretikerin zu zitieren die in Verruf geraten ist aus Gründen.

00:43:45: Aber das Trauer eigentlich auch dazu dient den Blick zu schärfen.

00:43:53: und auch schon diese Frage von wie kann ich strukturelle Veränderungen also wissen es nicht ein privates persönliches Problem oder es ist ein Sexarbeitsproblem Refugee-Problem, sondern zu sagen es ist ein strukturelles Problem und ich habe Ansprüche auch an diesen Start.

00:44:17: Und das ist glaube ich schon noch etwas, dass in queeren Kontexten immer wieder so ein bisschen ambivalent gesehen wird.

00:44:23: Es gibt einen wunderbaren Text von Nikita Davan über die Staatsphobie In queeren Contexten Auch aus Gründen wo es einfach immer wieder zu Gleiches kommt diese ganze Homo-Nationalismus-Diskussionen, dass quasi queere Körper plötzlich Anerkennung gefunden haben aufgrund von Möglichkeiten dadurch anti muslimischen Rassismus zu betreiben und so eine Gewichtung von Minderheiten passiert.

00:44:52: Dass da trotzdem es wichtig ist zu schauen wie kann ich ohne eine andere Gruppe zu verlieren emanzipatorische Kämpfe betreiben?

00:45:01: Und da brauche eine gemeinsame Trauer, die aber auch bewirkt dass man diese kanalisiert und ihn in ganz konkrete Umsetzungen übersetzt.

00:45:14: Und das heißt aber nicht dann in ein Konkurrenz zu treten.

00:45:18: also wir sind keine Konkurrents zu Frauenhäusern.

00:45:23: Wenn wir sichere Räume für Transfrauen schaffen wollen, dann sind wir keine Konkurrenz zu Ziss-Frauen.

00:45:30: Wenn wir sicherer Räumen für muslimische Zissschwule schaffen wollen... ...dann sind wir keinen Konkurrent zur österreichischen Staatsbürgern.

00:45:42: Es geht halt eigentlich und das bringt uns wieder so zurück.

00:45:46: ein bisschen zu dieser Frage ist queeruniversalistisch oder ist es ... Particular.

00:45:52: Ist das eine Identitätspolitik?

00:45:54: Oder ist es ein ... Es gibt etwas Abseits der Norm und das ist gut so!

00:46:00: Und wir retten das Absatz der Norm aus Gründen, weil es diese Gewalt gibt und ich kann und darf nicht unterscheiden ob das eine Transfrau ist oder ob da seine Zinsfrau isst.

00:46:15: eine sehr absurde Diskussion, die teilweise geführt wird und vielleicht noch einmal so auf Kontexte wie die Bilder zurückzukommen, die sich immer als eher autonomes Gebilde gegründet hat.

00:46:33: um andere Lebensformen auszuprobieren und deswegen gibt es wahrscheinlich in ihrer Geschichte auch so viele Verwerfungen.

00:46:39: Es gab einfach antifeministische Backlashes, es gab Transfragen aber auch sehr früh eigentlich immer eine sehr rollende Geschichte von von Umwerfung die aber dann extrem viele Möglichkeiten eröffnet haben, um Selbstorganisierung voranzutreiben.

00:46:59: Und da war die Villa einfach immer auch ein Ort von Organisation für Regenbunkfamilien für Transpersonen, also die Transix als erster österreichischer Verein für Transpersonen hat sich dort fünfundneunzig gegründet oder hat dann dort Platz genommen.

00:47:19: Die Queerbäs ist nicht umsonst auch in dem Kontext entstanden weil es einfach immer darum ging für die Zeit der notwendigen Dinge der Zeit der Ort zu sein.

00:47:31: diese autonomen Orte aufrecht zu erhalten, ist die Aufgabe jeder Generation.

00:47:36: Dass jede Generation was anderes tun muss weil andere Themen wichtig sind das ist auch ein Punkt.

00:47:42: es hat extrem viel antirassistische Intervention gebraucht in diesen weißen Raum und jetzt hoffe ich dass quasi mit einer Q-Pog Besetzung mehr und mehr und auch den Struggles Generationen, also wenn ihr die erste Generation will der Leute befragt was die für Struggles hatten.

00:48:04: Also es können sich manche Generationen hier vielleicht nicht so vorstellen dass du halt Geschlegereien hast an der Tür.

00:48:11: ja ich habe sie zum Teil noch erlebt.

00:48:13: aber das ist jetzt so etwas wo man sagt okay der Raum ist halt schon auch ein Symbol Aber auch gleichzeitig versuche einer Viralität des Kleinen.

00:48:27: Es ist nicht zu groß.

00:48:28: Und wenn ich habe ein bisschen Angst um gewisse Brüche, die in der letzten Zeit entstanden sind... ...es ist nicht so lange her als die Identitären versucht haben, die Villa in ihrer Form auch zu überfallen.

00:48:44: Also es gibt ja einen den wir gut vor den Medien versteckt haben und glücklicherweise sie damit auch ihre... Medienpolitik nicht durchsetzen konnten, weil das natürlich auch eine Strategie ist eben die Attacken, die sie machen.

00:49:00: Nicht an die Medien weiterzugeben und sie dann halt nur kaum auch vorkommen, weil sie ja das lieben.

00:49:07: Und dann aber gleichzeitig ihnen die Drag is not a crime Kinderbuchlesung Störung zu versauen.

00:49:15: Und das war eine der besten Zeiten, die ich dort hatte in dieser Vielfältigkeit.

00:49:20: Ich war noch nie so früher von einer Demo vor sieben.

00:49:26: Ja und da ist es halt ein Symbol, aber immer auch eine Praxis.

00:49:30: Es ist tatsächlich eine Praxistess... ...und vielleicht auch eine von Brüchen- und Generationenkonflikten und sonstigen Interessen.

00:49:40: Die Waggierenden interessen manchmal auch durch zogener Raum

00:49:44: Ja.

00:49:45: Von denen es ja ein Wind tatsächlich in der Form keinen Zweiten gibt?

00:49:49: Ja,

00:49:50: und das ist auch weltweit.

00:49:51: Also ich weiß es nicht... Aber es ist wirklich dass die Stadt an ein paar Quierepunks, die das Neujahrskonzert gestört haben einfach einen Haus gibt und so sagen macht halt beschäftigt euch damit, seid ihr beschäftigt!

00:50:08: Und dann ist es, ja man ist sehr beschäftigt aber es kommen Generationen von Themen und Menschen und Selbstorganisationen dabei raus, die das sonst nicht gebe.

00:50:21: Und ich hoffe halt also auch mit den Brüchen, die passiert sind und teilweise Verletzungen und abwägen, dass sich dann trotzdem wieder die Dinge auf die akuten Fragen des Herseins auch wieder mehr fokussieren.

00:50:39: Ich weiß es wird schwierig aber ja... Mal für einen Liebenfreund, dessen Namen ich hier auch nicht erwähne.

00:50:46: Ein paar Lieder gesungen.

00:50:54: Und da war dann zum Beispiel diese Frage wie Marty bist du?

00:50:59: Ich weiß nicht mehr warum das in dem Kontext aufkam aber bist du pessimistisch oder... Wie auch immer.

00:51:05: Ich habe nur gesagt, I'm a prisoner of hope.

00:51:07: Das ist ein Kroner-Lewest Zitat.

00:51:10: Eigentlich bin ich als queere Person die so aufgewachsen ist wie sie aufgewachsene ist.

00:51:16: Nämlich mit aus dir wird nie was.

00:51:19: A no future kid, wie ich das immer sage Mit drei und fünfzig Nicht mehr viel Kid Und auch glücklicherweise nicht mehr ganz so depri.

00:51:27: Aber so diese Frage von Hoffnung haben Ist kein Luxus sondern das ist ein Recht für alle Menschen und ich glaube auch, dass es etwas was für viele essentiell ist um weitermachen zu können.

00:51:43: Und deswegen ist für mich auch quasi im Moment so der wichtigste Punkt nicht zynisch zu werden entlang der Bruchlinien, sondern sehr viel an Arbeit zu machen und Dinge rauszuhalten

00:51:56: und

00:51:57: wieder zu überlegen wie man weiter tut.

00:52:01: Expertise, Erfahrung und offenbar ihre unerschütterliche Hoffnung laden seinem zweiten Gespräch ein.

00:52:13: Jetzt wäre aber schon noch mal nachdem du die Quirbe so erwähnt hast, nachdem ich weiß dass du da seit Beginn immer natürlich noch sehr involviert bist auch beruflich sehr involviert bist.

00:52:26: Gibt es eine Botschaft, einen Aufruf oder eine Ankündigung die du vielleicht in dem Kontext oder auch an einem anderen hier noch gerne unterbringen wollen würdest?

00:52:35: Ja also wir haben ja glücklichweise es geschafft zu strukturell Veränderungen herbeizuführen und das gibt quasi mit verschiedensten Kooperationspartnerinnen sichere Wohnungen und es ist sehr erstaunlich da eigentlich eine gute Basis zu haben auch der Finanzierung durch die Stadt Wien.

00:52:53: Dennoch bin ich extrem erstaunt, wie schwierig es ist für Rechtsberatung Geld aufzustellen.

00:53:00: Ich habe unzählige Anträge und alle möglichen Versuche angestellt und das ist sehr absurd.

00:53:08: aber da ist es am schwierigsten zu sagen hier gibt es mal eine Förderung und deswegen sind wir da sehr massiv auch auf Spendengelder angewiesen.

00:53:17: im Moment sind ja etwas unter Wasser weil die Spenden zurückgehen Und falls ihr was übrig habt oder mal eine Geburtstagsparty macht und sagt keine Geschenke, eine Spendenbox hier haut rein.

00:53:30: Das würde uns im Moment wahrscheinlich am meisten helfen weil das wirklich direkt an die Personen kommt, die dann kostenlos Rechtsberatung haben.

00:53:42: Und wir wissen es macht einen essentiellen Unterschied wenn man nicht unbegleitet zu einem BfA-Interview geht sondern auch wirklich gut vorbereitet und nicht allein um die eigenen Rechte weiß dort seine Geschichte erzählen kann.

00:53:57: also das wäre eigentlich mein Aufruf.

00:53:59: Und vielleicht noch so ganz abschließend ihr habt eine immense Erfolgsgeschichte Frage der Rechtsberatung und der Betreuung.

00:54:09: Und das ist auch so ein bisschen singulär, es heißt nicht dass nicht andere gute Beratungen haben aber es gibt da einfach ein bestimmtes Wissen oder ein bestimmendes Community-Wissen auch, was da unglaublich trägt.

00:54:20: Du magst ganz eine Zahl ergänzen!

00:54:22: Ja,

00:54:22: es gibt halt wirklich sehr viel Judikatur die auch geschaffen wurde auf europäischer Ebene und diese Frage... Anerkennung als vulnerable Gruppe im Asylsystem ist extrem neu, kommt jetzt mit dem neuen Asylgesetz in Kraft und da werden wir natürlich versuchen dass wir diese Ansprüche die im Gesetz sind auch in die Praxis der österreichischen Verwaltung reinzubringen.

00:54:51: Dafür braucht es gerade immense Ressourcen eigentlich.

00:54:56: Es kann leider auch alles sehr dem Bach runtergehen.

00:54:58: Also das Gears ist halt eine wirklich große Herausforderung.

00:55:03: Ja, leider aber wir packen den Link auf jeden Fall in die Show Notes.

00:55:07: Spendet es doch ein bisschen was?

00:55:08: Ein ganz kleines bisschen hilft ja schon!

00:55:10: Wenn ganz viele Leute ein ganz kleins bisschen spenden dann ist es schon ein großes bisschen

00:55:14: was.

00:55:15: Genau

00:55:16: und die sich leisten können gerne auch ein größeres Scheinchen.

00:55:20: Es soll da so Orange oder so geben habe ich gehört.

00:55:23: Liebe Mati, zum Abschluss.

00:55:25: Unsere Frage die wir immer stellen... Was ist dein antifeministisches Guilty Pleasure?

00:55:32: Ich habe es schon wieder verdrängt!

00:55:35: Nein also ich mein antifemministisches Guity Pleasure ist dass ich scrollen auf

00:55:44: X. Auf

00:55:45: X?!

00:55:45: Immer

00:55:45: noch!

00:55:46: Ich poste nichts, ich schwöre aber es gibt ja deinen Anzugtypen.

00:55:52: Nein, das ist meine Ausrede.

00:55:53: Ja ich lese noch

00:55:55: X. Okay

00:55:56: Aber es ist vielleicht meine einzige Sonnenostalgie-Ding.

00:55:59: auch ein bisschen.

00:56:00: Twitter war schon wichtig für mich auch aber it's gone Leider ein Katarware geworden.

00:56:08: Probier's mal mit TikTok.

00:56:09: Oh my god

00:56:11: Da kann man auch ewig scrollen.

00:56:13: Ich glaub' das is nicht gesund Noch weniger.

00:56:16: Also ja, ich glaube eine ungesunde Tätigkeit reicht.

00:56:20: Ja, okay.

00:56:21: Aber du, vielleicht kannst du sehr setzen?

00:56:22: Das war jetzt so ein bisschen mein Ziel und tatsächlich hat TikTok gar keine... Man denkt immer es hat so altes Beschränkungen also dass man das irgendwie, dass man zu alt ist dafür oder so aber stimmt gar nicht.

00:56:32: Also das ist wirklich sehr breit wenn man zur Generation anschaut.

00:56:36: Ich wünsche mir nicht doch ich denke wir werden schon wieder weniger verrückte Beschäftigungen Und Leidenschaften für deine IT-Kändnisse finden.

00:56:53: Wahrscheinlich gibt es wieder irgendwelche Widerstandsmomente, wo du all das ausbacken kannst und uns auch so den Protestsong machst?

00:57:06: Ja oder wieder mal deinen Cornwall.

00:57:10: Es war voll schön mit dir!

00:57:11: Danke dir!

00:57:12: Auch euch danke vielmals!

00:57:14: Danke Martin bis bald.

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