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#6 mit Kübra Atasoy über Asyl in Not, linke Blind Spots und warum es schwieriger geworden ist über Gewalt zu sprechen

Shownotes

Aus dem Urlaub zurück holen wir die Akten hervor, die uns Sorgen bereiten und legen keine wieder beiseite, bis wir sie abgearbeitet haben. Wir schütteln uns den Sand aus den Sandalen, beginnen da, wo wir im Juli aufgehört haben - beim Thema Flucht und Asyl - und sprechen mit Kübra von Asyl in Not im Mösenbüro über das Massengrab im Mittelmeer, und alle beteiligten. Warum Asyl in Not aber nicht den Kopf in den Sand steckt und stattdessen ein Büro in Dakar aufbaut erfährt ihr in der Kaffeepause.

Kübra lehrt uns dabei als Werkzeug über Verfolgte und Verfolger*innen: Durch Wissen, Erfahrung und kontinuierliche Arbeit kann Gewalt besprochen und durchbrochen werden.

Und damit die Ohnmacht uns nicht handlungsunfähig macht hat sie am Ende noch einen kleinen Tipp für uns: die Überwindung der Scham gelingt vielleicht auch auf der Tanzfläche.

Shownotes: Asyl in Not https://asyl-in-not.org/

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Kübra Atasoy: Unterdrückung ist kein dialektischer Begriff. Wie liberaler Antirassismus Herrschaftsverhältnisse verschleiert. In: Denialism. Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive, hrsg.v. Livia Erdösi, Ana Hoffner Ex-Prvulovic*, Nora Sternfeld. Berlin 2025.

ÖH Referat für ausländische Studierende und antirassistische Politik https://www.oeh.ac.at/referate/referat-fuer-auslaendische-studierende-und-antirassistische-politik/

The Platypus Affiliated Society https://platypus1917.org/

Platypus Wien https://www.platypus.wien/index/

Girls & Gods https://www.goldengirls.at/films/girlsandgods

Inna Schewtschenko https://de.wikipedia.org/wiki/Inna_Schewtschenko

Meike Lauggas https://www.meikelauggas.at/

we_do! ombudsstelle film & fernsehen https://www.ombudsstellefilm.com/

vera* Verein Vertrauensstelle Kunst und Kultur https://vertrauensstelle.at/

Transkript anzeigen

00:00:05: Der Fokus auf Israel nimmt ja jeglicher Menschenrechtsarbeit mittlerweile den Fokus.

00:00:15: Wir haben gar keinen Platz, gar keinen Raum für gesellschaftliche Diskussionen.

00:00:20: das einzige was um Notions und News.

00:00:33: Hallo, liebe Christine!

00:00:35: Wie geht's dir?

00:00:36: Ganz cool eigentlich.

00:00:37: ich war im Urlaub und bin der Wärme geflüchtet Weil wie wir alle wissen, mag ich Tropenächte gar nicht und heile schon.

00:00:49: Genau!

00:00:50: Und deswegen bin ich aufs kühle Land geflüchtet.

00:00:53: Das war total schön und sehr entspannt.

00:00:56: Ich hatte das allererste Mal in meinem Leben das Gefühl, dass ich nicht am Handy sein wollte und es weggelegt habe und wirklich nur gelesen und mich ausgeruht und gut gegessen und geschlafen und gesund hab.

00:01:13: Das finde ich großartig.

00:01:14: Gratulation, dass mit dem Handy weglegen sollte man ausprobieren.

00:01:21: Früher oder später?

00:01:23: Ja... Ich glaube es ist schwierig für mich weil ich so den Tragen nach kreieren habe

00:01:27: und

00:01:28: den ganz gut ausleben kann auf Instagram und TikTok und so.

00:01:34: Und ich glaube das ist für mich schwierig diesem Tragen nicht nachzugehen.

00:01:39: Ich glaube ich könnte schon versuchen ihm anders nachzugehnen aber ich hatte wirklich in diesem Urlaub gar keine Lust auf irgendwas und habe wirklich einfach nur entspannt.

00:01:47: Und das schaffe ich sonst nicht, deswegen bin ich sehr stolz auf mich hier.

00:01:51: Wie geht es dir denn heute?

00:01:52: Ich hab in der Zeit auch keine Sandburg oder so gebaut weil ich jetzt gerade daran gedacht habe so kreieren könnte man noch ganz praktisch sehen.

00:01:59: das habe ich nicht gemacht und ich finde mittlerweile auch über dreißig Grad in meiner Wohnung ist ein bisschen zu viel.

00:02:07: aber sonst gibt's mir gut.

00:02:08: danke

00:02:09: ich

00:02:10: fahre nochmal weg bedauert das fast ein bisschen.

00:02:13: Ich muss nochmal erwähnen, ich finde Wien im Sommer ja es war heuer schon immer wieder sehr heiß aber insgesamt ist Wien eine Sommerstatt.

00:02:23: Finde ich auch!

00:02:24: Ich liebe den Sommer in Wien und ich habe tatsächlich schon überlegt ob ich meine Kreativität daran mal auslasse.

00:02:29: Mal schauen vielleicht kommt da noch ein kleines Projekt was sich dann macht.

00:02:34: Ja auch der Kultur-Sommer in Wiene ist ganz angenehm.

00:02:38: Kunstgenuss, Kultur genuss für Laos Das finde ich

00:02:42: gut.

00:02:43: Ja, das schätze ich auch sehr an Wien.

00:02:46: Kunst und Kultur sehr kostenlos und öffentlich zugänglich.

00:02:50: Und werdet die Stadt wirklich massiv outfändig?

00:02:53: Juhu!

00:02:55: Einen guten Film gesehen falls ihn jemand noch immer nicht gesehen hat.

00:02:58: Girls and Gods habe ich mir zum zweiten Mal angeschaut in der wunderbaren Kulisse vom Otto Wagner Areal empfehlenswert.

00:03:06: Stimmt es ist sehr zu empfehlen.

00:03:07: der Film Ja, finde ich auch.

00:03:08: Kann ich feministisch komplett unterstützen?

00:03:11: Sollte Frau gesehen haben!

00:03:13: Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen religiösen Spielarten und den patriarchalen Dominanzen drinnen ist hervorragend.

00:03:22: Ja wirklich super!

00:03:31: Der kommt heute von Christine

00:03:33: schon wieder von mir.

00:03:34: Wir machen das hier jetzt chaotisch und darauf müsst ihr euch jetzt einstellen, in meine kleine Überraschung wer jetzt hier was vorstellt.

00:03:42: Genau!

00:03:43: Und der Hot Take für den Monat August ist... Der siebte Oktober hat es schwierig gemacht allgemein über Gewalt zu sprechen aber vor allem über sexualisierte Gewalt, antisemitische Gewalt und rassistische Gewalz weil Betroffenen weniger geglaubt wird und weil sich die ideologischen Grenzen, die wirklich literally Grenzen waren früher stark verstoben haben.

00:04:17: Ja bei einer Buchpräsentation hat Anna Hoffner da ein sehr illustratives Beispiel gewählt, finde ich.

00:04:23: Dass Feministinnen in den Siebzigerjahren erfolgreich gekämpft haben, dass Vergewaltigung als Vergewaltung geandert und strafrechtlich geandet wird – egal von wem sie ausgeht und wer diese Vergewaldigung verübt hat.

00:04:40: Und plötzlich Nämlich mit dem siebten Oktober werden Vergewaltigungen als Widerstand, als vielleicht auch ein legitimer Reaktion

00:04:49: auf

00:04:50: andere Gewaltformen und rassistische Unterdrückung beschrieben.

00:04:54: Und das ist doch der Kern des uns immer wieder Befremdlichen – dass es plötzlich nicht mehr um das Delikt geht sondern wer verübt was Delikt und dass das dann einen gravierenden Unterschied

00:05:06: macht.

00:05:08: Ja also diese Dynamiken die dem siebten Oktober gefolgt sind, das ist eigentlich was ich gemeint habe.

00:05:15: Und die Art und Weise wie es die Gesellschaft verändert hat,

00:05:19: hat

00:05:20: so ganz viele Baselines infrage gestellt, die wir uns aber in den Jahrzehnten vielleicht sogar Jahrhunderten harter kämpft haben?

00:05:30: Ja nämlich zum Beispiel egal wo Vergewaltigung passiert ob in einen eigenen vier Wänden oder vom Ehemann Ansprüche, die man da geltend machen kann.

00:05:43: Die sind ja plötzlich erudiert und das macht ganz viel.

00:05:46: Und hat vielleicht auch nicht zuletzt in der Linken mit ihrer Staatsphobie eine entsprechende Resonanz gefunden?

00:05:52: Ja!

00:05:52: Und

00:05:53: über Gewalt sprechen... Beziehungsweise Gewalt zu reproduzieren.

00:06:01: Das ist eigentlich etwas, was wir glaube ich am Anfang aber auch danach hätten versuchen sollen nicht zu tun also uns nicht auf diese Ebene einzulassen miteinander nämlich in der Dynamik miteinander und Betroffenen nicht zu glauben, Opfern nicht zu geladen das ist ja auch eine Form von Gewalt und es wird einfach reproduziert linken Räumen und in Diskussionstynamiken, genau.

00:06:27: Räume wo man versucht darüber nachzudenken.

00:06:30: was wäre eine utopische menschliche humanistische Haarangehensweise?

00:06:37: Und ich finde da ist ganz viel verloren gegangen.

00:06:41: Mitarbeiterin des Monats.

00:06:45: Genau!

00:06:47: Weil der Hot Tech von mir gekommen ist kommt die Mitarbeiterin das Monat von heute von heute.

00:06:55: Unsere Mitarbeiterin des Monats arbeitet auch im Kontext von Gewalt und Gewaltschutz, Prävention und Begleitung.

00:07:05: Unsere Mitarbeiterin des Monads August ist Maike Laugas.

00:07:10: Sie ist Historikerin, Lehrende und macht Coachings & Trainings.

00:07:14: Im Kontext unserer heutigen Sendung ist sie eine herausragend wichtige Person weil sie zuerst mit Daniel Sanin die Beratungsstelle wie du aufgebaut hat.

00:07:23: Ja, da ein Shout-out an Daniel an dieser Stelle.

00:07:28: Einem sehr treuen Hörer des Mösenbüros!

00:07:30: Wie du ist eine Ombudsstelle für bei Film und Fernsehen Beschäftigte und setzt sich für mehr Fairness und Gegenbelästigung, Diskriminierung und Gewalt in der Film- und Fernsehbranche in Österreich ein.

00:07:43: Es geht aber immer auch um Arbeitsverhältnisse, um das schon mal vorwegzunehmen.

00:07:47: Seit geraumer Zeit ist Michael Augers Teil von Vera wäre es die Vertrauensstelle für den Kunst- und Kulturbereich, konzentriert sich auf die professionelle und vertrauliche Unterstützung und Beratung von Betroffenen von Machtmissbrauch, Belästigung und Gewalt.

00:08:04: Es geht also um die Frage der Gewalt und was die Professionalisierung im Umgang mit Machtmessbrauch und hierarchischen Arbeitsverhältnissen für die gesamtgesellschaftlichen Zustände bringen kann?

00:08:15: Wesentliche Schritte in diesem strukturierten Vorgehen unter Begleitung und Beratung von Betroffenen kann man aus Maikes langjähriger Praxis in Institutionen wie Universitäten, Kommunalen sowie staatlichen Verwaltungen.

00:08:28: In Arbeitsverhältnissen verbringen wir einen Guteil unserer Zeit – hier können auch rechtlich basierte Kämpfe ausgetragen werden und die feministische Handlungsmacht auf Basis von Gesetzen gestärkt.

00:08:40: Das zeigt uns der von Michael Augers nun maßgeblich getragene Verein

00:08:44: Vera.

00:08:44: Genau und ich finde, Mike ist eine Person die unglaublich gut Gewalt- und Bruchstellen von Übergriffen benennen kann und sehr klar und deutlich da drin ist und auch in ihren Workshops sehr gut aufzeigen kann wo sexualisierte Gewalt entsteht und was das für Auswirkungen hat und das finde ich sehr beeindruckend.

00:09:09: Ja, weil es ist mit nicht so, dass wir immer wieder ganz neu anfangen müssen.

00:09:13: Sondern es gibt eigentlich schon sehr viel Wissen.

00:09:15: und das was uns glaube ich daran begeistert ist, dass sich das dann auch soweit zusammentragen und konzentrieren lässt, dass das tatsächlich ein dauerhafter Fortschritt passieren kann.

00:09:28: Und dass wir nicht immer so tun, als müssten wir wieder von vorne anfangen.

00:09:31: Weil es dazu helfen eben auch Institutionen, dass man nicht immer wieder von vorn anfangen muss.

00:09:36: Genau deswegen mal so an!

00:09:38: professioneller Einschub in dieser Richtung.

00:09:52: Wir freuen uns sehr, dass du dir an einem heißen Sommertag in Wien Zeit für eine Kaffeepause mit uns nimmst.

00:10:17: Herzlich willkommen Kübra!

00:10:19: Danke für die Einladung.

00:10:20: Liebe Kübra, wo kommst Du eigentlich her?

00:10:25: Das ist eine gute Frage... Ich bin gebürtige Leopold-Städterin und ich glaube, Du meinst so ein bisschen was ist mein politischer Background?

00:10:35: Genau also wir meinen da wie bist Du Kübra geworden, die heute vor uns sitzt?

00:10:41: Ja, ich komme ja ursprünglich aus der Bildungspolitik.

00:10:46: Ich bin seitlich sehr jung und war schon politisch aktiv.

00:10:52: Der Background dafür unterschiedlicher.

00:10:54: Also ich bin in politisch spannenden Verhältnissen aufgewachsen als dass sich zwischen viel Widersprüchen aufgewachsen bin.

00:11:04: Meine Familie ist ja streng gläubig gewesen auch der Ausgangspunkt, jegliche Auseinandersetzungen mit Fragen um Politik und die Welt etc.

00:11:19: Genau!

00:11:19: Und so ist das passiert dass ich irgendwann Schulsprecherin geworden bin in eine Jugendorganisation gekommen bin und dort schon früh viel Verantwortung übernommen habe.

00:11:32: und ja, da ist ein bisschen der Background zum Einordnen

00:11:40: Du warst auch ÖH-Vorsitzender.

00:11:42: Ist das richtig?

00:11:44: Absolut, stimmt!

00:11:46: Ich habe viele verschiedene Leben gelebt und habe den Eindruck mittlerweile.

00:11:50: Und ich habe früh zu arbeiten begonnen neben dem Gymnasium und war dann insgesamt vier Jahre auf den verschiedenen ÖHs.

00:12:00: Also ich war zwei Jahre lang damals noch, ich glaube vielleicht heißt es auch heute noch im Referat für ausländische Studierende Beraterin also Sachbearbeiterin auf der Bundesvertretung und dann war ich zwei Jahre Vorsitzender der HONI Wien.

00:12:17: Also im Vorsitzteam und genau danach habe ich befunden dass ich sowieso meine Zeit politisch definitiv irgendwie verwenden werde und habe aber darüber nachgedacht, weil ich nach der OH von vielem die Schnauze voll hatte.

00:12:38: Auch davon wie Politik in Österreich ausverhandelt wird, wie das alles abläuft... Wie unstrukturiert vieles finde ich nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit auch ausverhandelt wird.

00:12:51: Und da kannte ich Asylinut von früher noch Ich glaube, schon das erste Mal mit Michael Genner.

00:12:58: Demos organisiert damals nicht festnageln ich glaube gegen die Fekter und damals eben die bevorstehende Abschiebung von Arikona Sogai etc.

00:13:08: Das heißt, ich kannte die Organisationen und kannte sie als einer der stabilen Organisation in Wien, die wirklich ganz spannend politische Arbeit und so praktische Rechtsarbeit miteinander verbinden und da auch flexibel sind.

00:13:23: Und das ist etwas, was mich sehr angesprochen hat.

00:13:25: Und so bin ich dann zu Syllinot gekommen und das ist mittlerweile auch schon dreizehn Jahre her.

00:13:30: Trotzdem

00:13:30: ist es ein größerer Spagat von der Linguistik zur Menschenrechtsorganisation und dem Vertreten von Geflüchteten oder?

00:13:41: Die Linguistsik habe ich gemacht weil... mich das sehr fasziniert hat.

00:13:46: Ursprünglich wollte ich ja Physik oder Chemie studieren, also mich hat eher das naturwissenschaftliche interessiert.

00:13:52: aber die materiellen Voraussetzungen dafür waren sehr schwierig weil ich

00:13:56: bin mit

00:13:57: achtzehn sehr früh ausgezogen sobald ich die Natur gemacht habe und war halt darauf angewiesen er wäre abstätigt zu sein.

00:14:05: und das ist nicht damals nicht möglich gewesen mit den Anwesenheitspflichten in einem naturwissenschaftlichen Studium.

00:14:11: Und die Linguistik ist trotzdem etwas für mich sehr Naturwissenschaftliches, so wie ich das auch damals studiert habe.

00:14:18: Ich hab ja viel Grammatiktheorie und allgemeine Linguiste gemacht vor allem mit dem Schwerpunkt auf Mehrsprachigkeit und Kognition.

00:14:27: Für mich war es schon ein Riesenprivileg überhaupt studieren zu können Materieenzwänge, ich wollte das studieren.

00:14:35: Was mich halt interessiert und begeistert und nicht aus so einem Not heraus, wie sagt man?

00:14:44: Nicht aus dem Defizit denken... Mir wird ja an nichts fehlen, sondern ich möchte jetzt mal das machen.

00:14:48: Was mich interessiert?

00:14:49: Ich habe Englisch studiert und da hat Linguistik auch dazugehört.

00:14:54: Also es war Linguistic und Literatur Und ich kann das voll nachvollziehen dass das dann sehr Scientifik wird also auf einmal sehr nicht so kulturwissenschaftlich Sondern halt wirklich einfach sehr viel mit so fast einer Naturwissenschaft zu tun hat und ich finde es auch super spannend.

00:15:11: Also kann ich extrem gut nachvollzieh'.

00:15:14: Ich hatte jetzt ein bisschen die Frage im Kopf, ob du denkst das so in deiner ÖH Arbeit.

00:15:18: Du hast gesagt dass du schon relativ früh angefangen hast mit Geflüchteten zu arbeiten.

00:15:23: oder habe ich das falsch verstanden?

00:15:26: Nicht unbedingt.

00:15:27: also wenn man aus dem aus dem türkisch-kurdischen Kontext kommt dann gibt es da natürlich früh schon Berührungspunkte.

00:15:36: aber ursprünglich Beratung für Visa-Fragen, vor allem fürs Studentenvisum damals übernommen.

00:15:45: Die geflüchteten Thematik war einfach generell gesamtgesellschaftlich anders platziert auch zu dem Zeitpunkt und auch ganz stark im anterrassistischen Kampf verbunden.

00:15:57: Und da war ich halt schon früh drin.

00:16:00: gefühlt ein Küken, während andere schon große gesellschaftliche Kämpfe ausgefochten hatten.

00:16:06: Also die Nachwende der Maximofumabewegung?

00:16:10: Genau!

00:16:12: Du bist ja auch sehr feministisch weswegen du in diesem Podcast bist.

00:16:16: Danke auf jeden Fall an dieser Stelle noch mal dazu gekommen ist, wir freuen uns sehr!

00:16:20: Genau und meine Frage die ich immer gern stelle ist welche Art von Feministin bist du heute?

00:16:24: Und wie bist du dazu geworden vor allem auch?

00:16:27: Man wird nicht als Feministen geboren man wird zur Feministsin gemacht.

00:16:30: Ja genau ja

00:16:33: absolut für mich war.

00:16:37: Mir fällt eine Einordnung schwer, vielleicht kann ich da meine Pausen kurz erklären.

00:16:43: Für mich war Feminismus etwas... war inevitable.

00:16:49: Also Feminismus oder Frauenbefreiung an sich ist einfach ganz tief mit meinem da sein mit meinem Bewusstsein, meiner Existenz verbunden gewesen.

00:17:00: Bevor ich auch nur Marx gelesen hatte, hatte ich schon die alten Schmöger von Matriarchad bis Simon de Beauva schon lange hinter mir und das in einem sehr zarten Alter um meine eigene Existenze einordnen zu können.

00:17:19: Da würde ich jetzt mal interpretieren Handlungsspielraum zu eröffnen Das ist auch etwas, was mich... die feministische Beschäftigung hat mich sehr früh sehen lassen.

00:17:32: Dass ich nicht alleine bin in einer Welt, in der ich mich sehr, sehr allein gefühlt habe wo ich mich gegen viele Zwänge widersetzen musste aber das nicht so ganz einordnen konnte.

00:17:41: Feminismus hat definitiv geholfen eineseits diese Zwänge zu verstehen gesellschaftlich auch die Rollen zu verstehen, die Frauen und Männer unterschiedlich vom Patriarchat betroffen auch ausleben gerade in so einem islamistischen Kontext.

00:17:57: Und ich glaube heutzutage würde ich sagen hat mich meine Mutterschaft auf eine Art radikalisiert... Ich bin ja Mutter von zwei großartigen Töchtern und immer noch sehr viel von der Gewalt meines Ex-Manns betroffen und das ist etwas was sich im öffentlichen Diskurs und auch in der Arbeit bei Südlinot halt nie thematisieren, weil es ist ja gar nicht so Thema oder nur sehr subtil.

00:18:23: Und ich glaube die Radikalisierung, die ich eben über die Mutterschaft erlebt habe, ist nochmal eine ganz andere...

00:18:34: Du hast einen sehr klugen Beitrag in dem Band Die Neuerlösung?

00:18:38: Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive geschrieben.

00:18:43: Ein insgesamt sehr empfehlenswärtser Band, wir haben hier schon einmal darauf hingewiesen.

00:18:48: Dein Beitrag trät den Untertitel wie liberaler Anti-Rassismus Herrschaftsverhältnisse verschleiert.

00:18:54: Dieses Buch versammelt wertvolle feministische Positionen die Antisemitismskritik und Antirassismus zusammen denken können.

00:19:02: Hat das Massaka, der Hamas und verbündete Organisationen am siebten Oktober, den Supernova-Festival, deiner Sicht auf feministische Kämpfe verändert?

00:19:13: Ich glaube absolut.

00:19:16: Ich glaube ja!

00:19:17: Der Siebtoktober hat – und das Massaker an Israelis und Hüdenern und nicht Israelis gleichermaßen – auf eine Art meine Sicht bestärkt.

00:19:28: Selbstverständlich, da ja mein Kampf gegen islamistische Organisationen schon lange etwas ist was mich begleitet.

00:19:37: Aber gleichzeitig hat das viele von uns auf eine Art desillisioniert die Brach gelegt oder Offengelegt hat wie Schlimmes um den Antisemitismus tatsächlich steht und ich gebe offen zu, dass viele und ich das massiv unterschätzt haben.

00:19:57: Und wir haben alle gedacht, wir verstehen irgendetwas von Antisemitismus und hätten die Verhältnisse schon zu genüge analysiert?

00:20:04: Haben wir nicht!

00:20:06: Wir haben das nicht gut genug verstanden weil das nach einem derartigen Massaker die Solidarität auf Seiten der Täter enden wird, dass derartige Täter Opferumkehr betrieben wird.

00:20:23: Dass sich die Realitäten so schnell verschieben lassen ist ja einerseits schockierend aber gleichzeitig auch eine unfassbare Bedrohung für alle, die sich dem entgegengesetzt haben.

00:20:34: also meine Sicht hat sich definitiv geändert weil es ist halt nicht jeder Feminismus scheinbar gleich viel wert und nicht jede Frau gleich viel Wert.

00:20:44: Und wir kennen das eher auch aus anderen Diskursen, so wie zum Beispiel der genuzidernen Isidenen mittlerweile komplett aus dem Fokus gerückt wurde und dass alles irgendwie im Nachhinein jetzt auch so interpretiert wird als wer Islamismus mittlerweile eine genuene Reaktion auf irgendwelche Ausschlüsse.

00:21:06: Das einfach unfassbar lächerlich und intellektuell.

00:21:10: So was von unehrlich, aber gleichzeitig auch eine menschliche Bankrote Erklärung.

00:21:15: Eine ethische ja.

00:21:17: offensichtlich muss man viel mehr zusammen denken als wir schon haben.

00:21:21: Ich habe ein bisschen zwei Nachfragen glaube ich.

00:21:24: die sind so zweigeteilt auf der einen Seite was glaubst du was es das Was verloren gegangen ist also was hat dazu geführt?

00:21:33: und auf der anderen seite Wir haben so ein bisschen in der Vorbesprechung festgestellt, dass wir es unheimlich schwer finden mittlerweile über sexualisierte Gewalt zu sprechen aber auch über rassistische und antisemitische Gewalt.

00:21:46: Also das Produkt von all diesen Diskussionen schon ist, dass über Gewalt generell zu sprechen schwieriger geworden ist also weil man zuerst einmal irgendwie verteidigen muss, dass man überhaupt betroffenen und laubt Das war ja etwas, was eigentlich klar war und was eigentlich eine Baseline war.

00:22:07: Und die ist jetzt irgendwie weg?

00:22:11: Ja zur Frage, was ich glaube, was dazu geführt hat dass das so schnell, dass so bestehende gesellschaftliche Voraussetzungen so schnell erodieren können gehe ich auch in dem Beitrag im Buch ein bisschen ein also im Denailes im Buch oder sehr je nachdem.

00:22:32: Und ich glaube, die Grundvoraussetzung ist ja ein absolut falsches Verständnis einerseits von Rassismuskritik, von Subjekten.

00:22:44: Ich glaube tatsächlich dass die Einordnung in Unterdrückerinnen und Unterdrüchter... ...ich sage immer unterdrückung ist keine dialektische Kategorie.

00:22:54: man kann gleichzeitig Unterdrückt sein und Unter Drückerin sein.

00:22:57: es reicht Es ist zu übergeneralisierend, um eine falsifizierbare Theorie herauszuarbeiten.

00:23:05: und gleichzeitig beharre ich darauf das Rassismus konkret und spezifisch – so wie ich das auch gelernt habe zu denken und geschult wurde – materialistisch analysiert werden muss.

00:23:17: Was sind die Verhältnisse heute im Wien?

00:23:20: Zwanzig, sechsundzwanzig was waren was weiß ich in Chicago, und konkret analysiert werden müssen.

00:23:29: Ich glaube es gibt keine nachvollziehbaren konkreten materialistischen Analysen und das ermöglicht dass viele, viele Meinungen und Eindrücke die man hat über Rassismus gleichermaßen gemeinsam ausverhandelt werden Auswirkungen von Rassismus zu beschäftigen und nehmen das aber für gleich viel Wert, wie sich mit den Ursachen für Rassismus zu beschäftigt.

00:24:05: Und so wichtig es ist, sich mit dem Auswirkung mit den psychischen, mit den Belastungen

00:24:09: etc.,

00:24:11: mit der konkreten Ausformung vom Gewalt zu beschäftigend, ist halt die Frage wer wird tatsächlich, wie konkret ausgebäutet und ausgeschlossen?

00:24:21: vollkommen unbeantwortet.

00:24:23: und ich glaube sobald man da reingeht er öffnet sich einem sehr, sehr viel.

00:24:27: Ich glaube dann kommt man auch näher an ein Verständnis und merkt auch dass der Diskurs sowie derzeit geführt wird sage ich ja auch ganz viele Herrschaftsverhältnisse verschleiert.

00:24:41: islamistische Organisationen haben früh gelernt taktisch sich linken Diskurs anzunähern, an ihnen entlang.

00:24:50: An diesen Positionen entlang sich zu entwickeln aber da dieses sehr gut für ihre eigenen Zwecke zu verwenden.

00:24:59: Ich finde das verspannt.

00:25:00: was denkst du wo kommt das her?

00:25:02: Was du gerade beschrieben hast?

00:25:05: Es gibt nicht viel schöne Einordnung diesbezüglich Aber ich kann mich an einen Beitrag vom Platypus tatsächlich erinnern, der sich dem zur Recherche gewidmet hatte.

00:25:20: Auch da bitte nicht fest nageln!

00:25:22: Aber jedenfalls ist... Da richtig gut aufgearbeitet wurden die Geschichte von den Britischen Councils, dass die britische Leberparty ganz stark einerseits mit den Organisationen der Muslimbrüder früh zusammengearbeitet hat und dabei so Bezirks-Council als etwas... als etwas Basisdemokratisches versucht hat aufzubauen.

00:25:50: Diese Basis-Demokratie ist aber in die Hände gelegt worden, quasi von Stammeseltesten und da sind halt diese ganz feudalen Organisationsstrukturen in Zusammenarbeit mit dieser Basis Demokratie zum ersten Mal so ausgelebt wurden dass auch dann Gerichtsbarkeit plötzlich nicht mehr etwas per se staatliches gewesen ist sondern vielleicht auch mit der guten Absicht von transformative justice, Initiativen in die Hände.

00:26:20: Am Ende des Tages ist es halt so ein ja dann lass es die Leute unter sich regeln geworden ist.

00:26:26: und das ist halt auch der Kritikpunkt jahrzehntelanger feministischer Arbeit von exakt Menschen aus extrem patriarchalen Verhältnissen aus islamistischem Background in so einem Fall die feudale Struktur geschützt wird.

00:26:45: Und die Frauen, vor allem die zu neunzig Prozent die Opfer sind komplett links liegen gelassen werden mit ihrer Kritik und jetzt eine Schwierigkeit haben ihre Existenz auch nur zu verteidigen.

00:26:57: Weil sie Angst haben müssen als Rassistin zu gelten wenn sie darauf aufmerksam machen dass sie als Frauen ausgebeutet und unterdrückt werden und nicht in Freiheit leben können.

00:27:08: Das ist glaube ich etwas das wir den der soziale Demokratie, der Neunziger und der britischen.

00:27:14: Du hast es zu verdanken haben.

00:27:16: Und in Österreich?

00:27:17: Wie schaut's da aus?

00:27:18: mit der Zusammenarbeit mit doch islamistischem oder vielleicht auch rechtsextremen migrantischen Organisationen und österreichischen Parteien?

00:27:29: In Österreich hat das ja auch schon lange Tradition.

00:27:31: Wir kennen die Diskussionen darüber, dass die Sozialdemokratie ganz krass mit den grauen Wölfen vor allem in Oberösterreich zusammenarbeitet aber auch in Wien mittlerweile ehrliche Fragen bestehen, wie viel Einfluss diese Grauen Wölfe auch im Bürgermeisterbüro haben.

00:27:50: Wie wir auch in der letzten Debatte nicht mal wieder gesehen haben – wie konkret die Zusammenarbeit mit Muslimbrüdern hier aussieht

00:27:58: bzw.,

00:27:58: dass das nicht so eine offene Zusammenarbeit ist wie in anderen Ländern, wie in Frankreich und Großbritannien.

00:28:05: Das ist eh klar, dass das in Österreich so nicht ist.

00:28:07: Auch einfach weil die Muslime Brüder hier nicht die größte Gruppe sind.

00:28:13: Die größten Gruppen an Moscheen und Moscheevereinen sind die, die der Türkei nachestehen unter türkischen Religionsbehörde untergeordnet sind.

00:28:21: Amt sind A-Tipps, Miligurisch sind die grauen Wölfe generell.

00:28:27: Das heißt, die Muslimbrüder haben immer schon nur eine sehr, geringe Rolle in Österreich, gespielt zahlenmäßig.

00:28:34: Aber im Verhältnis ist der politische Einfluss halt doch enorm und auch die Lobby- und Repräsentationsarbeit sehr lange eh aus der Ecke beeinflusst worden.

00:28:46: Und jetzt gibt es ja aus meiner Sicht inhaltlich durchaus Überschneidungen zwischen den Gruppen.

00:28:51: aber wie verstehen sich die denn so?

00:28:53: Ist das mehr Konkurrenz oder Kooperation.

00:29:11: Die türkische Regierungspartei hat ja auch politisch einen ganz, ganz krassen Wandel hinter sich als das sie sehr geschafft hat.

00:29:20: Fast alle rechtsextremen und islamistischen Kräfte zu vereinen was diskursiv ein absoluter Tabubruch war weil er durchaus eine lange Zeit zumindest die Rechtsextreme stark den Leitzismus betont haben, diese türkisch-sonitische Identität so auch mit dem Religionsaspekt im Vordergrund nach vorne zu bringen ist etwas was die AKP quasi in ihrer Vereinheitlichungspolitik zustande gebracht hat und auch eine neue Qualität.

00:29:59: Wie stabil das Ganze ist gerade in der Art korrupten Verhältnissen es immer in Frage zu stellen, auch gesellschaftlich.

00:30:09: Ich bin mir dann nicht sicher wie das in der Zukunft aussehen kann gerade auch in den Aktuellen.

00:30:14: politischen Diskussionen in der Türkei.

00:30:17: Ich glaube, die Annäherung unterschiedlicher rechtsextremer migrantischer Gruppen und islamistischer Gruppe in Europa sind Bewegungen, die zu- und wieder abnehmen sieht man.

00:30:28: aber ich finde das ist ein relevanter Punkt zunächst schon auch in Europa.

00:30:33: die Lobbyarbeit funktioniert zunächst hier sowie ja auch überhaupt das Aufkommen, dass er starken des Islamismus in Europa stattgefunden hat und so quasi die Diskurse auch in der Türkei so gestärkt werden konnten.

00:30:50: Die Finanzierungsarbeit, die Propaganda-Arbeit findet in Europa Stadt und sind ja die meisten islamistischen Organisationen in ihren Herkunftsländern streng verfolgt gewesen bis sie die Machterrungen haben.

00:31:06: Ja ich glaube das ist noch mal ein relativ... tief relevanter Punkt.

00:31:11: Unser Bundeskanzler Stokker ist ja gerade in der Türkei zu Gast bei dem dortigen Präsidenten Erdogan und da gibt es bestimmt Überschneidungen und Differenzen, aber ich glaube das ist tatsächlich gar nicht unbedingt ein ökonomisches Interesse sondern da geht's viel mehr um Fragen von Migration und die Rolle die die Türkeida in diesem Türkeii-EU-Deal spielt um quasi Das Fantasme der geschlossenen Grenzen irgendwie aufrecht zu erhalten oder der Festung Europa.

00:31:42: Kleiner moderative Einschub an dieser Stelle, wir mussten runter gehen also von unserer geliebten und geschätzten Dachterrasse runter wieder in die Wohnung wo wir sonst den Podcast aufnehmen wenn es zu kalt ist weil Bauarbeiten stattfinden in einer Wohnung darüber bzw unter der Terrasse Und man das schon sehr hört vor allem das Schleifen.

00:32:03: jetzt gehts drinnen weiter.

00:32:05: Die islamistischen Parteien so wie Erdogan, also die AKP in der Türkei werden ja niemals so groß geworden wenn sie nicht von vor allem der Asian Volkspartei der IVP derart seit Jahrzehnten unterstützt und mit aufgebaut worden wären.

00:32:24: In dem Sinne ist der Besuch von Stocker bei Erdoghan ja part of the same deal.

00:32:31: letzten Endes Dieser Kuhhandel zwischen vermeintlich geschlossenen Grenzen und angeblicher Migrationskontrolle, den wir ja schon lange von Erdogan kennen.

00:32:45: Der er schon oft dazu geführt hat dass er Menschen missbraucht und als Spielball von oppressorischer Politik dann schlussendlich verwendet aber noch zusätzlich viel weitreichendere politische Forderungen aufstellt, wie das Länder die der NATO beitrinden möchten zunächst einmal kurdische Menschen zu verfolgen haben.

00:33:08: Politisch!

00:33:09: Das ist ja der gesamte Wahnsinn.

00:33:11: und dass Stokker und andere Konservative glauben weiterhin, dass das ein Deal ist mit dem man irgendwie zukunftsfähig ist.

00:33:22: Wir sind komplett weit entfernt von staatsmännischem Denken, sondern es ist absolut fahrlässig.

00:33:29: Es ist inkompetent zu glauben dass die selben Methoden mit denen man eh schon nur zu Katastrophen geführt hat jetzt in Zukunft auch noch was weiterbringen.

00:33:39: und die Frage wie viel da wirklich ausverhandelbar ist Und ich packe ja nicht Man könnte glauben man hat schon alles gesehen wenn man vor allem Asylrecht macht Aber ich verstehe ja nicht, wie man glauben kann.

00:33:52: Geht jetzt dann auch einfach zu Al-Jolani und macht den selben Deal mit ihm, so wie man es jetzt auch zuletzt in Nordafrika gemacht hat – wir haben die europäischen Außengrenzen ganz tief in die Sahara, in der Saharregion verschoben – das einzige was passiert ist das, was auch in der Türkei, in Syrien

00:34:12: etc.,

00:34:12: passiert ist und weiter verstärkt werden wird… ist moderne Sklavenarbeit nicht nur gangbar zu machen, unser Lohnfähig zu machen sondern auch ökonomisch zu unterstützen.

00:34:26: Die gesamte türkische Textilindustrie wie das bisschen Produktion dass die Türkei auch hat stützt sich auf Sklavanarbeit mittlerweile auf Kinderarbeit und ich nenne es wie es ist Sklaverei eventuell für ein kleines Entgelt ist, sind das Sklaverei ähnliche oder klassische Sklaverei-Verhältnisse in Libyen.

00:34:48: In Marokko und Tunesien im Chart.

00:34:52: Und es wird die gesamte auch Debatte rund um die Suddankrise extrem verstärken.

00:35:01: Wir sind noch nicht am Ende des humanitären, des menschlichen Leids der Sudan-Krise angekommen.

00:35:06: Sondern ich glaube wir befinden uns auch noch nicht ganz am Gipfel und das wird uns noch jahrzehntelang begleiten und es könnte allen nichts egal sein.

00:35:15: Und ich glaube vielleicht kann ich hier auch noch einen bogenspannenden zu vorherrigen Debatte – Der Fokus auf Israel nimmt ja jeglicher Menschenrechtsarbeit mittlerweile den Fokus.

00:35:28: Wir haben keinen Platz, gar keinen Raum für gesellschaftliche Diskussionen.

00:35:33: Das einzige was um No-Juice no News, das einzige worüber wir diskutieren dürfen ist wie dass jetzt eventuell doch vielleicht dann falsifizierbare Behauptungen gestellt worden sind die aber skandalisierbar sind.

00:35:48: Das sind die Sachen die sich gut verkaufen.

00:35:50: Das ist Rage Bait, das bringt die Leute auf die Straße und innere Antisemitismus.

00:35:55: Das scheint das einzige zu sein, was auch in Österreich die Leute noch auf die Straße bringt weil die eigenen Verhältnisse, die eigene Täterschaft und das eigene Mitmachen, das interessiert die Leuten selbstverständlich nicht.

00:36:05: Das eigene Elend hier der Abbau der Rechtsstaatlichkeit in Österreich Die massiven Angriffe eigentlich auf den gesamten Rechtsstaaten vollkommen irrelevant.

00:36:15: Es ist auch nicht mehr... man kann mit nichts mehr skandalisieren

00:36:19: Niant.

00:36:20: es ist gerade auch weil du Arbeitsverhältnisse angesprochen hast.

00:36:24: Es ist eben so, dass man sich dann auch nicht damit auseinandersetzen muss inwiefern wir wirklich ganz massiv und zwar wie alle Nutznieserinnen dieser Bounded Labour sind.

00:36:36: Und so in den frühen zweitausender Jahren in der Zeit von Sozialfohrenbewegungen, Social Forum Welt bis Europa bis nationale Ebene.

00:36:48: da hatte In meiner Sicht noch so in dieser Maltitude den Versuch gemacht, gewerkschaftliches Denken, aktivistisches Denken irgendwie zusammenzubringen und vielleicht Lohnarbeitsverhältnisse eben in diesem neuen Begriff.

00:37:03: Vielleicht eine neue Klassenbasis da irgendwie zu bilden?

00:37:08: Und vielleicht komme ich dann nochmal auf deine Antrittsworte, als du den Vorsitz von Asyl in Not übernommen hast.

00:37:15: Von Michael Gennert, wenn dich einundzwanzig zurückwürdig sagst, Asyl In Not ist eine politische Organisation die die Rechtsberatung als Mittel nutzt um das System der kapitalistischen Ausbeutung anzugreifen.

00:37:27: Wir sind keine rein karitativen NGO wir sind Teil der globalen Befreiungskämpfe.

00:37:31: Diese globalen befreiungs Kämpfe hat Hatten wir ja auch schon gelernt, als das zu verstehen dass man da kämpft wo man eine eigene Handlungsmacht hat.

00:37:42: Und das ist in meiner Sicht auch so ein bisschen verloren gegangen.

00:37:45: Also es wird so... Das ist so eine Projektion an

00:37:49: einer

00:37:50: Befreiungsbewegung die ganz voran das ist und die supportet man hier indem man sagt Wir will never be free until Palestine is Free

00:38:01: Absolut!

00:38:03: ihre Projektionsfläche.

00:38:05: und es ist eine gute Ausrede, um hier vor Ort nichts tun zu müssen.

00:38:11: Um sich der eigenen Machtlosigkeit nicht stellen zu müssen, um verdrängen zu dürfen das die linke Bankrottist unter dem Boden über so wenig praktisches und theoretisches Wissen verfügt wie schon lange nicht mehr dass einfach Strukturen erodiert sind, Solidarität nicht mehr vorhanden ist.

00:38:32: Keine Arbeit, keine Relevante aufgebaut wird in extrem vielen gesellschaftlichen Verhältnissen.

00:38:39: das kann von Altersarmut bis ein tatsächlich alles wo es um den Kampf um Selbstbestimmung gebe von von ja wie in meinem Fall etwa von Alleinerzieherinnen wo überall Rechte auch in Österreich massiv abgebaut werden, wo wir uns von allen Seiten im Angriff befinden.

00:38:56: Sei es identitätspolitisch verbunden oder nicht.

00:38:59: Dafür gibt es überhaupt keine Antworten und das sehen wir auch in unserer Arbeit.

00:39:04: Ich bin froh, dass du diese Zitate noch findest weil sie erinnern mich auch hin und wieder daran wie wir gestartet sind.

00:39:10: ich glaube das ist bis heute relevant.

00:39:12: ja wir sind Teil globaler Befreiungskämpfe und ich habe das zu einem Zeitpunkt gesagt als das noch nicht so krass mit Hamas konnotiert worden ist weil ich glaube viele würden das heute lesen als globale Befreiungskämpfe wie die Hamas.

00:39:25: Das unter gar keinen Umständen.

00:39:26: Wir haben immer schon starke politische Positionierungen.

00:39:29: Wir sind keine Helferinnen, Asylinot ist keine sozialarbeitende Organisation und wir sind keine Therapeutenen.

00:39:35: Wir begleiten nicht Leute an der Hand irgendwo hin.

00:39:38: Das sind erwachsene Menschen mit denen wir arbeiten.

00:39:40: Wir infantilisieren niemanden und die meisten Menschen, die es zu uns geschafft haben, haben ganz andere Hürden schon übernommen.

00:39:46: Aber was wir sagen können, bis zur Grenze war das deine Arbeit?

00:39:52: Und ab hier kann ich das... Die er eben nicht verfügbar ist, ist nämlich ein juristisches System das ja für Menschen die hier aufgewachsen sind, die hier Staatsbürgerinnen sind schon extrem kompliziert und schwierig zugänglich ist.

00:40:06: da politische Arbeit zu machen um zur Selbstbestimmung zu verhelfen absolut unsere Aufgabe aber selbstverständlich unter bestimmten Konditionen.

00:40:15: Und die sind wir unterstützen keine Verfolge erinnern Wir unterstützen keine T-Trainern.

00:40:25: Ausschlüsse mit sich bringen ist eine Selbstverständlichkeit, die verloren gegangen sind.

00:40:30: Ja natürlich gilt meine Arbeit!

00:40:32: Ich bin nicht Mutter Theresa, ich ... das ist keine christliche Nebennächstenliebe.

00:40:36: Das sind politische Positionen.

00:40:38: und nein wir unterstützen offensichtlich nicht alle gleichermaßen.

00:40:44: Und so auch in der Migrationsdebatte, ich glaube zu sagen dass bürgerliche Staaten ein Nonar, ein Recht auf aktive Migrationspolitik haben, ist ja ein No-Brainer.

00:40:58: Das sind die konstituierenden Verfassungen des Staates.

00:41:03: und hier es als linke gesamtgesellschaftlich nicht zusammenzubringen auch nur irgendeine positiv formulierte Position zu formulieren is mind blowing Mein Blumen, weil außer alle Grenzen nieder haben wir halt keine.

00:41:23: Und auch die Frage wie konkret von Formen oder Selbstbestimmung?

00:41:26: Wie ist das eben mit gewerkschaftlichen Kämpfen verbunden?

00:41:29: Wie können in der Zukunft eine linke Politik, die Migration betrifft aufbauen, die aber auf den Arbeitsmarkt auch Rücksicht nimmt und da die Situation verbessert als Zukunftsmusik?

00:41:41: Aber die muss irgendwo aufgebaut werden!

00:41:45: Wenn es drei Leute sind dann sind's drei Leute... In den fünfzehn Jahren sind es hoffentlich nicht mehr drei Leute.

00:41:51: Aber man muss halt darauf beherren, dass man analytisch Recht hat zu üben das manchmal.

00:41:58: Ja, hoffen wir, dass es einen globalen Befreiungskampf bzw.

00:42:02: globalen Widerstand absetzt der Hammers gibt.

00:42:06: Muss es ja!

00:42:06: Also irgendwie müssen wir jetzt zu dieser antikapitalistischen Grundanalyse die sich nicht fokussiert auf ein Thema zurückkommen und ich glaube ohne das wird's halt schwierig.

00:42:16: Du hast jetzt gerade so ein bisschen angesprochen, dass es spezifische Auswahlkriterien gibt wie ihr mit Menschen arbeitet bei Anseln Not.

00:42:28: Und das würde mich noch mal interessieren weil in der letzten Folge war Marty Huber am Podcast und mit der Queer Base – das gibt sehr ganz spezificche Auswahlkriterien wie dort Menschen geholfen wird bei Asyl notzweit ich es jetzt verstanden habe anders, vielleicht kannst du das nochmal konkretisieren.

00:42:45: Ich weiß natürlich die Details nicht von wie es bei der Queerbase aussieht aber ich glaube die alten Positionen die auch ich noch mit übernommen habe sind dass wir keine Verfolge erinnern vertreten, d.h.

00:43:01: verantwortlich einen sicheren Raum für die Klientinnen, die wir parteisch vertreten zu bieten.

00:43:06: Wenn wir Opfer von Gewalt überlebende vor allem vom Gewalt im sozialen Nahraum und seksualisierter Gewalt vertrete, dann sind wir dafür verantwortlichen dass Täter ihnen keinen Zugang zu unseren Räumen haben.

00:43:17: da kriege ich oft die Frage wie woher willst du denn wissen wer Täterin ist?

00:43:22: Und wenn nicht und wer Tater ist?

00:43:23: das ist relativ einfach.

00:43:26: die Leute sind sehr, sehr offen in ihrem Umgang auch mit Gewalt.

00:43:31: Ich habe einfach... In der Regel ist unser Erleben das Menschen sagen entweder ja ich wurde schon verurteilt und offensichtlich haben wir auch Frageführungstechniken und Gesprächsführungstechniken Und die meisten Gewaltschutzorganisationen werden auch berichten dass Die Strategie ist, die Leute zu fragen.

00:43:51: Und wenn man die Leute fragt sind sie erstaunlich ehrlich weil Sie wollen ja auch was von uns.

00:43:57: Schlussendlich ist das ja auch ein Vertretungsverhältnis dass da angestriebt wird.

00:44:01: und ich kann sehr offen erklären und sagen Schau mal Maus!

00:44:06: Ich verstehe schon, dass auch du einen Recht auf Vertretung hast.

00:44:09: Ich bin keine Anwältin, ich bin keine Richterin, ich muss nicht objektiv sein Das geht sich für uns nicht aus.

00:44:16: Und es ist etwas... respektiert wird.

00:44:20: Ich bleibe noch mal bei dieser Frage von Asyl, weil ich mich natürlich im Vorbereitung dieses Gesprächs ein bisschen umgesehen

00:44:27: habe

00:44:27: und du sagst in so einem Werbe-Instervideo wo neue Aktivistinnen für Asyl in Not gesucht werden und sich offensichtlich auch zahlreichst bei euch schon gemeldet haben dass es Sülrecht ist das Tod.

00:44:44: wir haben auch im Vorfeld so ein bisschen darüber gesprochen.

00:44:46: möchtest du uns diesen Satz erklären?

00:44:49: Sehr, sehr gerne.

00:44:50: Ja ich bin ja zur halben Content Creatorin geworden.

00:44:54: Das ist auch einer der Nachteile oder Vorteile dieses Berufs wenn man so möchte und bin gezwungen komplexe Sachverhalte für einfach darzustellen oder zu erklären zumindest.

00:45:06: Und ich glaube, dass das auch etwas ist was mir liegt.

00:45:07: Ergo kann ich vielleicht sehr schnell darauf eingehen.

00:45:11: ja Das Asylrecht ist tot weil wenn das Subjekt des Asylrechts nicht mehr vorhanden ist und zahlenmäßig quasi Nicht mehr vor handen ist wen vertrete ich dann?

00:45:21: Das ist eine Situation auf die Ich auch Organisations intern seit mittlerweile gut acht Jahren aufmerksam mache, dass wir in zehn ... in fünf, in zehn, in fünfzehn Jahren keine Klientinnen mehr haben werden, deren Recht auf Selbstbestimmung wir vertreten können.

00:45:37: Weil die Leute, die Flucht nach Österreich nicht mehr überleben und die Differenz zwischen den Vertretungsverhältnissen, die wir vor zehn Jahren hatten und denen wir heute haben, sag ich auch hin und wieder, vereinfacht ausgedrückt liegt am Grund des Mittelmeers.

00:45:52: Und da ist eine Realität vielleicht auch, die man so scharf ausdrücken muss, damit man sich ihr stellen kann.

00:46:01: Das Asylrecht ist insofern tot als dass die Leute, die einen Anspruch darauf hatten und haben weiterhin eine absolute Minderheit geworden sind.

00:46:12: Und jetzt auch, je nachdem wie die GEAS und der Asylmigrationspakt dann schlussendlich in der Praxis verhandelt werden – das ist ja auch eine Situation, die gerade zwar gesetzlich beschlossen wurde aber gar keine Praxis… gar keine Praxis derzeit vorliegt, wir wissen nicht wie sich das in der Zukunft gestalten wird.

00:46:31: Wie viel davon verfassungsrechtlich eindeutig oder uneindeutiges, wieviel davon bleibt?

00:46:37: Selbst wenn alles so bleibt wie es ist betrifft das Asylrecht nur noch eine verschwindend geringe Anzahl an Menschen und gleichzeitig sind zu viele Menschen wie noch nie global on the move.

00:46:51: Das geht sich zahlenmäßig nicht aus.

00:46:55: Und hier sich auf die Festung Europa auszureden und auf Migrationskontrollen woanders, Hubs woanders ist weiterhin eine extrem fahrlässige kurzsichtiger Art und Weise zu handeln.

00:47:12: kurz oder lang, wird man sich dieser Realität stellen müssen.

00:47:16: Und für uns als Organisation vielleicht um das nochmal aus dem Allgemeinen ins Spezifische zu bringen bedeutet das Halt wenn wir die Anlaufstelle sind, die wir sind dass wir umstellen müssen und dass wir flexibel sein müssten.

00:47:30: Das ist ja auch einer der Vorteile von das Ölennot, dass wir... In den letzten Jahren habe ich die Gewaltberatung aus dem Boden gestampft weil einfach Das Notwenig war, weil wir gesehen haben schon im Jahr zwei tausend achtzehn, dass die Fälle von Gewaltbetroffenen in unserer Beratung derart angestiegen sind.

00:47:47: Dass wir spezifisch darauf auch unsere Schulungen und unseren Aufbau abändern müssen.

00:47:53: Während Covid haben wir Maßnahmen beschwerden gegen diese Covid-Strafen Menschen eingelegt.

00:48:02: Während der Ukraine-Krieg ausgebrochen ist, mussten wir extrem schnell handeln und haben festgestellt dass selbst wenn ukrainische Staatsbürgerinnen irgendeine Form von Rechtsschutz in Österreich bekommen haben eine ganz große Gruppe von nämlich Drittstaatsangehörigen aus der Ukraine komplett vernachlässigt wurden da eine tausende Menschen ohne Aufenthaltsrecht, dann plötzlich in Europa gelandet sind oder in anderen Ländern von Europa gelander sind.

00:48:29: Das heißt was wir schon können ist und das unsere Freiheit und unser Vorteil flexibel auf Verhältnisse einzugehen.

00:48:37: aber das muss mit politischen Entscheidungen auch zusammengehen.

00:48:40: man muss sagen okay entweder Wir sperren dann halt zu und wir sagen, wir haben es jetzt vierzig Jahre lang gemacht.

00:48:46: Gut ist!

00:48:47: Jetzt gibt's halt nur noch fünf Flüchtlinge die gründen sich alle jeweils an Anwaltteilen.

00:48:50: passt.

00:48:51: Kann man ja auch machen.

00:48:53: oder man sagt, wir gehen in den sozialrechtlichen Bereich, machen andere Vertretungen?

00:48:59: Oder man sagt wie gehen außerhalb von Europa.

00:49:01: Und das ist etwas was wir definitiv angedacht haben und bereits in der Praxis haben.

00:49:06: Ja da ist mir noch was aufgefallen Das nämlich Dakar Hauptstadt des Senegal in euren Medien relativ häufig fällt.

00:49:13: Was hat es denn damit auf sich?

00:49:15: Wir bauen in Dakar ein zweites Standbein von Asylnot auf.

00:49:20: seit jetzt schon geraumer Zeit, es ist heuer etwas spruchreifer geworden so dass wir Zunächst einmal vor allem auf der künstlerischen Ebene.

00:49:32: Wir haben ja einmal im Jahr

00:49:34: eine

00:49:35: Kunstauktion auch in Wien, wo uns Österreichs oder europäische Künstlerinnen ihre Werke zur Verfügung stellen und spenden und wie sie verstärkern dürfen und der Lös finanziert damit unsere Rechtsarbeit.

00:49:48: Zunächst würden wir gerne über den künstlerschen Austausch bzw.

00:49:51: da haben wir schon – ich möchte nicht zu viel verraten – den Einstieg in die Gesellschaft, machen, haben wir auch, wir haben in den letzten zwei Jahren eine Mitarbeiterin vor Ort gehabt.

00:50:03: Ich habe im letzten Jahr drei Monate in Dakar verbracht und aus Dakar gearbeitet.

00:50:07: Wir knüpfen unsere Netzwerke schon aber das ist natürlich nichts wo wir sagen wir laden da jetzt rein und sagen wir haben die Lösung für alles!

00:50:15: Wir wollen politische gesellschaftlich relevante Arbeit aufbauen.

00:50:19: In Dakar weil ich persönlich denke dass Dakar ein zentraler Knotenpunkt auch in der Zukunft sein wird für Migrationspolitik generell.

00:50:30: Senegal gilt als sicherer Herkunftsstaat, das heißt theoretisch haben Sennichmenschen aus dem Senegal per se Asylberechtigt in Österreich sehr wohl schon, Seningalisische Staatsbürgerinnen vertreten erfolgreich und Asyl erkämpft.

00:50:48: Das heißt das ist ein Spannungsverhältnis.

00:50:50: Gleichzeitig sieht es so aus dass die Seningalesische Regierung zwar durchaus auch wieder erstarkend mit einem panafrikanistischen Anspruch politischer Arbeit macht allerdings nicht so militant wie der Sahel Allianz ganz so krass mit den bestehenden Strukturen nach Frankreich, nach Spanien und Europa generell bericht.

00:51:16: Und am ersten da auch noch wahrscheinlich in Zukunft kontinuente ausverhandelt werden in Richtung Arbeitswiese Zugang nach Europa wieder in Anwerbensituationen.

00:51:28: Gleichzeitig ist meine Prognose das sich die Sudankrise immer weiter in den Westen Afrikas verlagern wird.

00:51:35: Der Norden ist effektiv zu, der Norden führt zu extremem Leid.

00:51:40: Diese Route ich glaube... Ich habe die Vermutung dass die Sahel Allianz und ihre panafrikantische Solidarität auf ihre Grenzen stoßen wird wenn wir das freundlich ausdrücken und Senegal hat viel Erfahrung im Umgang mit Geflüchteten einfach als Staat schon per se.

00:52:00: Das heißt, das ist einfach ein sehr logischer Schluss.

00:52:04: Und gleichzeitig wissen wir auch aus der Analyse von den Bewegungen, dass die Weststrecke über Senegal zu den Kanaren derzeit ganz heftig genutzt wird, sodass wir von Afghaninnen im Senegal und auf den Kanar erfahren.

00:52:23: Also das ist die Zukunft!

00:52:26: an der Migrationspolitik realistisch dranbleiben möchte, muss man die halt in und außerhalb von Europa mitgestalten.

00:52:35: Fand ich voll spannend!

00:52:36: Danke, wusste ich alles gar nicht.

00:52:40: Du hast gesagt dass sie also das Senegal für Erfahrung hat?

00:52:44: Wo kommt es historischer her?

00:52:45: vielleicht kannst du das kurz einordnen?

00:52:47: Der Senegal hat mit... mit unterschiedlichen Fluchtbewegungen, bereits Erfahrung.

00:52:54: Der Senegal gilt ja als das quasi am weitesten entwickelte Land im Fankrofonen.

00:53:00: Westafrika ist ein bisschen ein Konkurrenzverhältnis, da darf man auch nicht zu viel Solidarität haben oder so ein bisschen so einen Konkurrentsverhältnissen zwischen Cotywound und Senegal was die Stabilität des Staates betrifft.

00:53:12: Da gibt es noch Interpretationsfreieräume.

00:53:14: was das betriffe Rein ökonomisch ist Dakar halt relativ stabil.

00:53:20: Sehr, sehr viele internationale Organisationen sind angesiedelt von allen möglichen UN-Branches zu allen möglicher zivilgesellschaftlichen sozialen etc.

00:53:31: Organisationen die die meisten haben eine Vertretung im Francophonen Westafrika in Dakar.

00:53:36: das heißt Einerseits ist da sehr, sehr viel Knowledge schon und andererseits über die unterschiedlichen Militärdiktaturen und deren Geflüchtete aus Genere vor allem.

00:53:47: Es gibt eine sehr große genische Minderheit in Senegal mittlerweile, die geflohen sind und Teile eben selbstverständlich aus Gambia.

00:53:56: nicht zu vernachlässigen ist natürlich die Frage wie Senegal selbst mit den zum Beispiel Befreiungsbestrebungen Im eigenen Land, wenn im Süden des Landes in der Casamance umgeht.

00:54:07: dort das ist eine sehr politisch aktive Region die auf Unabhängigkeit seit vielen vielen Jahren pocht.

00:54:16: Als Kurdien ist es eine Diskussion die mehr dann relativ bekannt vorkommt genau aber es gibt da schon sehr viel Erfahrung im positiven wie im negativen.

00:54:27: Lieber Kübra das Elend der Welt is ja unermäßlich.

00:54:30: was machst du denn gern?

00:54:31: um dich bei Laune zu halten und nicht an den Zuständen zu verzweifeln.

00:54:36: Wie schaffst du das Tag für Tag gegen die Zustände zu rebellieren?

00:54:43: Das ist eine sehr, sehr gute Frage!

00:54:46: Ich sage oft Hoffnungslosigkeit ist ein Luxus, den wir nicht haben.

00:54:50: gleichzeitig muss ich anerkennen dass es sehr schwer ist auch derzeit Nicht hin und wieder zumindest die Hoffnung zu verlieren.

00:54:58: Mir persönlich hilft, das zu mir kehren.

00:55:01: Ich glaube was mir viel Freiheit gegeben hat ist Tanzen!

00:55:08: Ich gehe sehr, sehr gerne tanzen.

00:55:11: Ich bekomme sehr viel Kraft und Energie dadurch, dass ich eine gute Zeit mit netten Menschen verbringe.

00:55:17: Das heißt an einem Tag wo ich keine Kraft mehr habe und nicht mehr kann, habe ich mehr davon nachher die ganze Nacht mit Freunden durchzumachen als etwa mich drei Tage zu Hause einzusperren um das ist so mein Persönlichkeits-Trade.

00:55:31: also ich verzichte lieber auf eine Nacht mit Schlaf und hab dafür zum Beispiel die ganze.

00:55:38: Das freut mich definitiv.

00:55:39: Dafür habe ich in Österreich aber nicht so viele Gelegenheiten wie in Dakar.

00:55:43: Ja, ich finde das sehr inspirierend!

00:55:44: Ich sehe es immer auf Instagram.

00:55:48: Und ich liebe auch dass du sagst die Wienerinnen sollen mehr rausgehen und Spaß haben.

00:55:53: Also ich glaube schon, dass das ein gutes Mittel ist gegen viele Dinge gerade.

00:55:59: Also einfach tanzen, Spaß haben miteinander Freude haben.

00:56:02: teilweise kommt man schnell dieses Rad rein sich über all die Krisen so viele Gedanken macht, dass man sich einspennen will drei Tage lang zu Hause und dann geht man raus.

00:56:14: Nichts hat sich verändert.

00:56:16: Und ich glaube wenn man mit Freunden Spaß hat, die Community lebt und genau einfach mal ein bisschen versucht loszulassen ist es eh nicht so einfacher so.

00:56:24: Ich tue mir extrem schwer beim Loslassen wirklich Aber ich merke halt immer wieder wie wichtig Community ist Wie wichtig Spaß haben ist.

00:56:32: Ja finde ich sehr gut und sehr inspiriert, dass du das machst.

00:56:36: Mir scheint es ist auch so eine Frage des Politikverständnisses.

00:56:40: Wir haben uns da etwas sehr Deutsches angeeignet, nämlich das Politik wehtun muss.

00:56:45: Also Politik machen wehtum muss und ich glaube, dass ist echt ne Sackasse.

00:56:50: Ja als Deutsche muss ich sagen... Es ist nicht ein guter Weg zu gehen!

00:56:56: Gut, kommen wir mal zur allerletzten Frage die wir hier im Podcast immer stellen.

00:57:02: Und zwar ist das... Was ist dein antifeministisches Guilty Pleasure?

00:57:08: Ich habe keine Guilty pleasure es!

00:57:10: Ich stehe Tentos down in Allmann pleasures.

00:57:14: Ich habe sehr, sehr hart dafür gearbeitet.

00:57:17: Ich habe einen sehr hohen Preis gezahlt selbstbestimmt leben zu können auch wenn das österreichische Familienrecht das versucht anders zu sehen und keinen Schutz vor Gewalt bietet aber keines meiner Pleasure ist gilt hier.

00:57:29: ich bin von Scham befreit.

00:57:31: Das ist sehr gut!

00:57:33: Ich versuche meinen Kindern ein solches Leben vorzuleben.

00:57:36: ich versuche dort reinzugehen wo es Unangenehmes und tanzen ist zum Beispiel auch etwas Wahnsinniges, Intimes.

00:57:41: Loslassen sind was auch sehr Schmerzhaftes.

00:57:44: Und ich glaube das in der Praxis aber auch dafür Raum zu haben es körperlich zu erleben in all seinen unangenehmen und befreienden Momenten ist etwas was mir geholfen hat dass quasi auch im Alltag abgebildet zu haben mit meinem Leben Ergo!

00:57:59: Ich erlaube das nicht selbst wenn ich irgendwo schaden empfinde.

00:58:01: ich gehe da rein ich will wissen warum und ich sage entschuldige mal wir haben genug durchgemacht.

00:58:06: nein

00:58:07: Ja, super eigentlich.

00:58:10: Mit diesem wunderbaren Ausklang möchten wir das für heute

00:58:13: belassen!

00:58:16: Danke, liebe Kübra!

00:58:18: Dankeschön nochmal für die Einladung.

00:58:20: Vielen Dank auch für mir dass du da warst.

00:58:21: Es war extrem toll also sehr inhaltlich sehr spannend und it was really nice.

00:58:27: Danke!

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